Im Gespräch

Interview mit Dr. Ana-Maria Drieschner

 

HERZKAMMER Frau Dr. Drieschner, wann und warum haben Sie Ihre Arztpraxis in Mühldorf eröffnet?

DR. ANA-MARIA DRIESCHNER Ich wohne mit meiner Familie schon seit mehreren Jahren in Mühldorf. Deshalb wollte ich auch unbedingt in Mühldorf bleiben. Den Wunsch nach einer eigenen Praxis hatte ich schon lange. Verwirklicht wurde er dann zunächst innerhalb einer Praxisgemeinschaft und – seit 2015 – mit meiner eigenen Praxis.

HERZKAMMER Bayern unterstützt Ärzte, die sich im ländlichen Raum niederlassen. Warum ist diese Förderung Ihrer Meinung nach so wichtig?

DR. ANA-MARIA DRIESCHNER Ärztliche Versorgung ist überall wichtig. Und gerade auf dem Land gestaltet sich das nun einmal schwieriger. Dementsprechend muss man sich dafür stärker einsetzen als zum Beispiel in einer Großstadt. Ohne die Förderung hätte ich zum Beispiel meine Praxis nicht auf den aktuellen Stand der Technik bringen können – die Qualität der ärztlichen Versorgung hätte deutlich gelitten. Mir selbst war es – auch schon damals in der Gemeinschaftspraxis – sehr wichtig, die ärztliche Versorgung aufrechtzuerhalten und zu stärken. Ich möchte den jungen Ärzten ein Vorbild sein und ihnen auch zeigen, dass es schön ist, auf dem Land zu arbeiten.

HERZKAMMER Was gefällt Ihnen an der Arbeit als Ärztin im ländlichen Raum?

DR. ANA-MARIA DRIESCHNER Ich fühle mich hier einfach sehr wohl und könnte mir – ehrlich gesagt – nicht vorstellen, woanders als in Mühldorf zu leben und zu arbeiten.

HERZKAMMER Was können ländliche Kommunen tun, um für Ärzte attraktiver zu werden?

DR. ANA-MARIA DRIESCHNER Es ist zum Beispiel wichtig, dass man als Familie gute Voraussetzungen vorfindet. Gerade auf dem Land ist man als Hausärztin ständig auf Achse, da Hausbesuche den regulären Praxisdienst ergänzen. Ich selbst habe zwei kleine Mädchen. Die Jüngere ist im Kindergartenalter. In diesem Sinne ist ein gutes Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten sehr hilfreich, um meinen Beruf und die Familie gut unter einen Hut zu bringen. Vor allem die Gewissheit, dass die Kinder gut betreut werden, könnte einen Anreiz darstellen, um als Arzt aufs Land zu ziehen.

HERZKAMMER Was denken Sie würde mit Ihren Patienten geschehen, wenn es Ihre Praxis nicht mehr gäbe?

DR. ANA-MARIA DRIESCHNER Sie müssten sich einen neuen Hausarzt suchen. Das wäre aber in Mühldorf gar nicht so einfach. Einige Praxen haben schon so eine Art „Patientenstopp“ eingeführt, weil es zu wenige Ärzte gibt und man sich nun einmal nicht zweiteilen kann. Dazu kommt noch, dass viele der örtlichen Ärzte kurz vor der Pensionierung stehen. Deshalb denke ich auch nicht ans Aufhören. Ich würde meine Praxis sogar gerne erweitern und bin deshalb auf der Suche nach einer Kollegin oder einem Kollegen. Vielleicht hilft ja auch hier die Fördermöglichkeit, dass ich bald jemanden passenden finde!

 

Dr. med. Ana-Maria Drieschner ist Fachärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde. Seit 2002 lebt und arbeitet die gebürtige Rumänin in Mühldorf am Inn, wo sie sich mit Hilfe staatlicher Förderung den Traum von einer eigenen Praxis erfüllen konnte.

 

Bild: Christina Steinbacher

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