Bayreuth

Ein Gastbeitrag des Prof. Dr. Stefan Leible der Universität Bayreuth

Prof. Dr. Stefan Leible, Präsident der Universität Bayreuth

Das Ziel der Universität Bayreuth heißt natürlich Wachstum. Allerdings nicht quantitatives, sondern qualitatives Wachstum. Das wohl schönste Kompliment für mich als Universitätspräsident: rund 13.500 Studierende in 146 verschiedenen Studiengängen an sechs Fakultäten, die sich am Campus in Bayreuth zu Hause fühlen. Mit ca. 1.200 wissenschaftlichen Beschäftigten, 235 Professorinnen und Professoren und etwa 900 nicht-wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universität Bayreuth der größte Arbeitgeber der Region. International sichtbare Profilfelder, exzellente Forschungsleistungen und die hohe Qualität neuer fächerübergreifender Studienangebote locken ‚High Potentials‘ aus weit über 100 Ländern nach Bayreuth. In diesem Jahr ging der renommierte Leibniz-Preis an einen Geowissenschaftler unserer Universität. So sind wir durchaus stolz darauf, dass die Universität Bayreuth in internationalen Rankings ganz vorne mitspielt. Wie etwa im Ranking des Wissenschaftsmagazins Times Higher Education (THE), das weltweit die besten unter den jüngsten Universitäten ermittelt. Hier zählt die Universität Bayreuth zur Spitzengruppe.

Gleichwohl spüren wir natürlich die zunehmende Konkurrenz um hervorragende Studierende aufgrund des demographischen Wandels, von dem wir hier in Oberfranken besonders betroffen sind. Um unsere Studierendenzahlen auch in Zukunft halten zu können, muss es uns gelingen, unser Studienangebot weiterhin attraktiv zu halten und beständig fortzuentwickeln. Denn wir wollen künftig noch mehr als bisher insbesondere auch Studierende von außerhalb Bayerns aus dem internationalen Ausland für ein Studium in Bayreuth begeistern. Das gilt vor allem für den Masterbereich, da wir hieraus unsere Doktoranden rekrutieren, die einen wichtigen Beitrag zum Forschungserfolg der Universität Bayreuth leisten. Wir müssen auf Studierendenebene noch deutlich internationaler werden, als wir es bisher sind. Das erfordert unter anderem einen Ausbau der englischsprachigen Studiengänge im Masterbereich, den wir stetig vorantreiben: So bieten wir zum Wintersemester 2016/17 neu die Masterstudiengänge Environmental Chemistry M.Sc. (Umweltchemie), History & Economics, Biofabrication, Environmental Geography (Physische Geographie), Development Studies sowie das Elitestudienprogramm Biological Physics an.

Als weitere große Herausforderung verstehen wir den immer intensiver werdenden Wettbewerb in der Wissenschaft. Hinzu kommt, dass sich die Forschungsförderung in den vergangenen Jahren sehr stark auf Großprojekte fokussiert hat. So hat z. B. ein Teil der deutschen Universitäten deutlich von der Exzellenzinitiative profitiert, ein anderer Teil jedoch nicht. Der damit verbundene Trend zur Größe stellt gerade kleine und mittlere Universitäten vor erhebliche Herausforderungen. Ein wichtiger Weg ist aus unserer Sicht u.a. die Bildung strategischer Allianzen, womit wir in den vergangenen Jahren bereits begonnen haben. Diesen Weg müssen wir konsequent weiter beschreiten. Ein wichtiger Baustein, um auch den Wissenschaftsstandort Bayreuth zu stärken, ist die TechnologieAllianzOberfranken, für die derzeit im Süden unseres Campus-Geländes gebaut wird. TAO steht für den Verbund der vier oberfränkischen Hochschulen, um die Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung und Lehre sowie mit der regionalen Wirtschaft zu verbessern – und dem demografischen Wandel konsequent entgegenzutreten. Die enge Kooperation zwischen den beteiligten Institutionen ist in dieser Form einzigartig in Deutschland; denn derart enge und offizielle Kooperationen zwischen eigentlich im Wettbewerb stehenden Einrichtungen gibt es sehr selten. TAO ist ein starkes Bündnis mit starken Partnern.

Auszubauen ist zudem die Zusammenarbeit mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Denn konkurrenzfähige Forschungsleistungen setzen neben einer entsprechenden universitären Forschungsinfrastruktur oft auch ein forschungsförderndes örtliches Umfeld voraus. Um dieses zu schaffen, bedarf es der Ansiedlung von außeruniversitären Forschungseinrichtungen der Grundlagenforschung auch am Standort Bayreuth – wie etwa Max-Planck, Leibniz, Helmholtz.

Die Universität Bayreuth wird auch ihre Säulen Entrepreneurship und Transfer weiter stärken. Wie Sie sicherlich wissen, sind wir hier seit Jahren schon sehr aktiv – und unsere Tätigkeiten werden in den kommenden Jahren weiter Fahrt aufnehmen, um den Standort Bayreuth u.a. für Startups attraktiver zu machen. Ein entsprechendes Konzept, das von unserer Stabsabteilung „Entrepreneurship & Innovation“ erarbeitet wurde, befindet sich gerade in der Umsetzungsphase, darunter unsere starken Initiativen zur erfolgreichen Unternehmensnachfolge. Mehr dazu in Kürze!

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