Landfrauenküche

Interview mit Anne Leichtenstern

In dieser Ausgabe der Herzkammer stellt Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer Anne Leichtenstern vor. Anne Leichtenstern ist Siegerin der 8. Staffel „Landfrauenküche“ des Bayerischen Fernsehens und ebenso wie die Abgeordnete Imkerin. Außerdem betreibt sie mit ihrem Ehemann in Altencreußen die größte Texas-Longhorn Zucht Europas. Beim Finale der Kochsendung im Dezember 2016 kochte Starkoch Alfons Schubeck das Siegermenü der vielseitigen und kreativen Bäuerin nach.

Das Team Brendel-Fischer sprach mit Anne Leichtenstern über Ihre Art zu Kochen und darüber was sie dabei antreibt

Team Brendel-Fischer: Frau Leichtenstern, was hat Sie in die Region Oberfranken verschlagen?

Anne Leichtenstern: Ich bin Mttelfränkin und in Fürth geboren. Durch die Suche nach einem geeigneten Hof für unsere Zucht sind mein Mann und ich nach Oberfranken gekommen. Der oberfränkische Lebensstil liegt uns sehr; also haben wir diese Entscheidung getroffen.

Team Brendel-Fischer: Woher stammen Ihre Kochkenntnisse?

Anne Leichtenstern: Das Kochen habe ich mir selber beigebracht. Ich esse gerne gut, und ich probiere gerne Neues aus. Auch aus dem Internet suche ich mir manchmal Rezepte heraus. Mir ist wichtig, dass Erzeugnisse des Hofes verwenden werden.  Wir haben zum Beispiel eigenes Fleisch, eigene Eier und den Saft aus unseren Äpfeln.

Team Brendel-Fischer: Für die „Landfrauenküche“ haben Sie unter anderem ein Rindercarpaccio mit einer Pilzessenz übergossen und damit eine Art „japanisches Fondue“ serviert. Diese Vorspeise war ungewöhnlich und kam sehr gut bei Ihren Mitstreiterinnen an. Sind Ihre Rezepte Eigenkreationen?

Anne Leichtenstern: Zum Teil, ja. Natürliche erfinde ich das Burgerbrötchen nicht neu. Aber manche Gerichte variiere ich auf meine Art und überlege mir neue Zusammenstellungen.

Team Brendel-Fischer: Wie schätzen sie die Wirkung der Landfrauenküche auf die Öffentlichkeit ein?

Anne Leichtenstern: Die starke Wirkung der Sendung hat uns alle in der Familie sehr überrascht. Beim Einkaufen oder beim Essengehen erkennen mich manche Menschen wieder und freuen sich. Bei der Stadtbevölkerung kann ich es nicht einschätzen, aber die Leute vom Land beachten das Format sehr und es wird positiv aufgenommen. Viele kochen die Gerichte aus der Sendung nach und fragen mich nach Tipps. Die Kochbücher waren nach der Sendung sogar ausverkauft. Ich finde es gut, dass man in der Sendung etwas über die Landwirtschaft lernen kann. Und Kochshows liegen ja ohnehin im Trend.

Team Brendel-Fischer: Was inspiriert Sie im Leben und beim Kochen?

Anne Leichtenstern: Das habe ich mich auch schon oft gefragt. Manche lieben den Vorgang des Kochens an sich. Ich genieße es besonders mit meiner Familie und meinen Freunde zu essen.  Dabei zählt für mich das Essen als Gemeinschaftserlebnis.

Als Biobäuerin ist es mir wichtig, mich bei der Wahl meiner Gerichte an der Saison zu orientieren. Mit jeder Mahlzeit, also quasi dreimal am Tag, treffen wir mit der Auswahl unserer Lebensmittel auch eine Entscheidung für unsere Umwelt. Wir entscheiden uns, ob wir beim Discounter einkaufen oder nicht. Der Stellenwert des Essens ist nicht zu unterschätzen, denn es beeinflusst wie es meiner Familie und meinem Körper geht.

Team Brendel-Fischer: Wo sehen Sie sich im Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation mit ihrer Küche?

Anne Leichtenstern: Ich probiere beim Kochen gerne Neues aus. Manchmal variiere ich auch Klassiker, wie zum Beispiel Fleischküchle, mit neuen Gewürzen oder einem anderen Senf. Bei manchen Gerichten, wie zum Beispiel Spaghetti Carbonara muss ich nicht unbedingt etwas ändern. Das ist einfach ein typisches Bauernessen. Man hat Ei, Weizen und Schinken. Das kann man immer wieder so machen. Ich habe gerne Abwechslung und schätze die Innovation, muss aber auch nicht alles mitmachen, nur weil es neu ist.

Team Brendel-Fischer: Frau Leichtenstern, vielen Dank für dieses Interview.

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