Hand aufs Herz

Zwei Fragen an Kerstin Schreyer zum Thema Ehrenamt

Herzkammer: Was verbinden Sie mit dem Begriff Ehrenamt?

Kerstin Schreyer: Das Ehrenamt in Bayern ist die stützende Säule der bayerischen Zivilgesellschaft. Über 50 % der bayerischen Bürger engagieren sich ehrenamtlich in unterschiedlichsten Bereichen, wie zum Beispiel im Sport, in der Brauchtumspflege, im sozialen Bereich, in der Feuerwehr oder in der Musik. Diese Ehrenamtlichen schaffen es, ein flächendeckendes, differenziertes Angebot für die bayerischen Bürger anzubieten. Ohne ehrenamtlich tätige Bürger wäre der Lebensstandard in Bayern ein ganz anderer. Dafür bin ich jedem Ehrenamtlichen sehr dankbar.

Herzkammer: Man merkt, dass das Ehrenamt für Sie einen sehr hohen Stellenwert hat. Ist das auch in Ihrer Partei so? Was unternimmt die CSU zur Förderung des Ehrenamts?

Kerstin Schreyer: Seit Januar 2014 ist in Art. 121 der bayerischen Verfassung die Förderung des Ehrenamtes als Staatsziel verankert. Schon 2013 haben wir das Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes erlassen. Im Zuge dessen wurden die Steuerfreibeträge der Übungsleiterpauschale und der Ehrenamtspauschale deutlich erhöht.

Seit 2014 ist ein Schwerpunktthema zur Förderung des Ehrenamts der Ausbau der Infrastruktur im Ehrenamt. Durch Vernetzung und Unterstützung versuchen wir die Arbeit der Ehrenamtlichen zu unterstützen und zu optimieren, um den Zeitaufwand zu verringern. In diesem Bereich zu erwähnen sind zum Beispiel die „Runden Tische Bürgerschaftliches Engagement“, der Ausbau der Koordinierungszentren Bürgerschaftliches Engagement auf Landkreisebene, mit einem Fördervolumen von 1,6 Mio. € und das „Sorgentelefon Ehrenamt“ der Staatskanzlei, welches Ehrenamtlichen bei der Organisation von Festen professionelle Unterstützung anbietet.

Des Weiteren hat sich auch der Leiter der Staatskanzlei, Dr. Marcel Huber, der Unterstützung des Ehrenamts verschrieben. Aktuell läuft unter seiner Federführung eine Entbürokratisierungsinitiative um bürokratischen Hürden im Ehrenamt abzubauen.

Ebenfalls erwähnenswert ist die Ehrenamtskarte. Mit dieser Karte erhalten ehrenamtlich tätige Bürger beim Besuch der staatlichen Schlösser und Museen sowie bei der bayerischen Seenschifffahrt Vergünstigungen. Ebenfalls räumen auch zahlreiche Kommunen und Unternehmen Rabatte ein.

Wie sie sehen würde in den letzten Jahren einiges unternommen, um das Ehrenamt zu fördern. Diesen Prozess möchten wir fortführen. Daher wird derzeit, im politischen Dialog, ausgearbeitet, in welcher Form eine weitere Unterstützung des Ehrenamts sinnvoll ist.