Hyderabad – Bayreuth

Rachana aus Indien: Heimat bedeutet für mich...

Diesen Herbst ist es wieder soweit: Zahlreiche Studentinnen und Studenten kommen nach Bayreuth, um an der Universität ihr Studium aufzunehmen. So auch Rachana aus Indien. Nach ihrem Masterstudium in Germanistik an der Universität Mumbai hat sie sich entschieden, ihre berufliche Qualifikation noch durch einen Master in „Interkultureller Germanistik“ an einer deutschen Universität zu ergänzen. Am 8. Oktober 2017 führt sie also ihr Weg aus ihrer Geburtsstadt, der 6-Millionen-Metropole Hyderabad, nach Oberfranken. Per Skype sprach sie kurz vor ihrer Abreise nach Deutschland mit dem Herzkammer-Team über ihre Gedanken zum Thema „Heimat“:

Rachana: „In zwei Wochen reise ich nach Deutschland, um mein Studium dort zu beginnen. Zurzeit suche ich Dinge zusammen, die ich in meine Koffer packen möchte. Dabei sind sogar Lebensmittel. Wenn ich über „Heimat“ nachdenke, komme ich immer wieder auf das Thema „Essen“ zurück. Dabei geht es nicht um ein bestimmtes Gericht: In der indischen Küche gibt man Gewürze, wie zum Beispiel Kurkuma, vor allen anderen Zutaten in das heiße Öl. Zusammen mit Zwiebeln, Chili und Tomaten entsteht dabei ein unvergleichlich würziger Duft. Das ist ein Auslöser für mein Heimatgefühl.

Aber auch die Sprache ist mir sehr wichtig. In der indischen Verfassung sind alleine 28 offizielle Sprachen festgelegt, außerdem noch weitere hunderte Dialekte. In meiner Familie wird vor allem Hindi gesprochen und ein für die Gegend typischer Dialekt. Wenn ich im Ausland meine Sprache höre, fühle ich mich sofort zuhause. Die Begeisterung für Sprache führt mich nun nach Bayreuth. Ich bin gespannt, wie der oberfränkische Dialekt klingen mag.

Mein Freund ist Deutscher und lebt in Heidelberg. Meine Muttersprache versteht er nicht. Wenn wir uns unterhalten, stelle ich immer wieder fest, welche Herausforderung es sein kann, Witze und emotionale Dinge auf Deutsch mitzuteilen. Aber die deutsche Sprache fasziniert mich, und ich sehe auch Ähnlichkeiten zwischen Hindi und Deutsch, zum Beispiel in der Struktur und dem Gebrauch von bestimmten Phrasen.

Jetzt, da ich weiß, dass ich für mindestens fünf Jahre in Deutschland leben werde, überkommt mich ein Gefühl von Heimweh. Das kalte Wetter macht mir nichts aus, auch habe ich Freunde in Deutschland. Aber meine Familie werde ich sehr vermissen, da die Beziehung zu meinen Eltern sehr eng ist. Deshalb freue ich mich schon auf den Besuch meiner Mutter im Dezember.“

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