Heimatvertriebene

Alte Heimat - Neue Heimat

 

Das Ende des Zweiten Weltkriegs war für die Deutschen in den ehemaligen Ostgebieten eine bittere Zeit. Sie wurden vertrieben und verfolgt, sie mussten Haus und Hof verlassen, sie verloren all das, was ihr bisheriges Leben ausmachte. Aber sie haben nicht aufgegeben. Sie haben sich eine neue Existenz aufgebaut; sie haben Fuß gefasst an den Orten, in die es sie verschlagen hatte; sie haben sich integriert und wurden integriert. Der in meinem Stimmkreis liegende Kaufbeurer Stadtteil Neugablonz ist hierfür ein Musterbeispiel. Dort siedelten nach 1945 etwa 18.000 Vertriebene aus der Region um Gablonz (heute: Jablonec nad Nisou in Tschechien) an und bauten die in ihrer Heimat zurückgelassene Schmuck- und Glasindustrie wieder auf.

Die Vertriebenen haben dieses Land mit aufgebaut und mit geprägt. Und mit den Jahren haben sie sich am neuen Wohnort auch heimisch gefühlt. Das Wort von der alten und der neuen Heimat, es war nicht nur so dahingesagt, es bezeichnete das, was die meisten tatsächlich erlebten. Sie fanden einen neuen Lebensmittelpunkt, dem sie sich nach und nach auch verbunden fühlten, und sie bewahrten neben den Erinnerungen auch die Traditionen der alten Heimat.

Bayern hat 2,7 Millionen Vertriebene und Spätaussiedler aufgenommen. Diese Menschen haben nach dem Krieg Bayern mit aufgebaut und haben hier eine neue Heimat gefunden. Es ist gut, dass die bayerische Politik das anerkennt und sich den Anliegen aller deutschen Heimatvertriebenen, Flüchtlinge und Spätaussiedler als Anwalt widmet.

Obiges Foto zeigt den Rüdiger-Brunnen in Neugablonz.