Pflege

Fachkräftemangel im Pflegebereich

Das Thema Pflege - sei es die Altenpflege oder die Pflege im Krankenhaus - geht uns alle etwas an. Fast jeder ist durch Angehörige, Freunde oder Bekannte betroffen und niemand kann für sich ausschließen, dass ihn dieses Thema nicht selbst einmal trifft. 

Initieert von Landtagsabgeordneter und Staatsministerin Dr. Beate Merk und der Kreisvorsitzenden der Frauen Union Daniele Kraft, fand zu diesem Thema eine Veranstaltung in Lindau statt. Zu Gast: Melanie Huml, gelernte Ärztin und derzeit Gesundheits- und Pflegeministerin.
Ein besonderer Aspekt, wenn es um Thema Pflege geht, ist hier der Fachkräftemangel. Gerade im Südwesten Schwabens, wo Wirtschaft und Tourismus brummen, ist die Situation ganz besonders schwierig. Zu viele andere Berufsmöglichkeiten sind attraktiver und auch die Angehörigen tun sich schwer, Beruf und familiäre Pflicht unter einen Hut zu bringen.

Derzeit sind 330.000 Bürgerinnen und Bürger pflegebedürftig, Tendenz steigend. Bis 2030 werden allein in der Altenpflege in Bayern laut Bertelsmann-Stiftung etwa 62.000 Fachkräfte fehlen. Besonders alarmierend:  Eine steigende Anzahl an Pflegebedürftigen steht einer sinkenden Anzahl an Erwerbstätigen gegenüber. Auch in den Krankenhäusern ist die Situation bereits heute mehr als unbefriedigend. Eine Pflegekraft muss sich um 13 Patienten kümmern. 

Für all die Familien, die sich daheim um ihre Verwandten kümmern, werden flexiblere Modelle sowie Unterstützung benötigt, damit sie sowohl ihrem Job als auch ihren Verpflichtungen daheim nachgehen können. Nicht zu vernachlässigen sind hier auch emotionale Unterstüzung, denn es ist ein Glücksfall, wenn sich Angehörige um Ihre nahen Angehörigen kümmern. Für die Betroffenen selbst ist das immer noch die schönste und persönlichste Art, gepflegt zu werden, daher sollte dieses Modell der Pflege ganz besonders gefördert werden.

Ganz besonders betroffen sind hier wieder einmal die Frauen, denn es sind nicht nur meistens die Frauen, die die Pflege zu Hause übernehmen: Oft wird in dieser Zeit nicht in die Rentenkasse einbezahlt und das rächt sich dann finanziell im Alter. Hier muss die Politik Antworten finden, damit das Engagement daheim entsprechend gewürdigt und anerkannt wird.

Der Bund hat hier das Pflegestärkungsgesetz mit den Ländern auf den Weg gebracht und geht hier in die richitge richtige Richtung. Kostenlose Pflegekurse, Freistellung vom Beruf sowie bessere soziale Absicherung. Seit dem 1. Januar 2017 erhalten mehr pflegende Angehörige einen Anspruch auf Rentenversicherungsbeiträge und auch der Schutz in der Arbeitslosenversicherung verbessert sich. Das sind wichtige zukunftsweisende Bausteine.