Handwerk und Politik

Ausbildung schafft Zukunft

Kürzlich startete die neue Veranstaltungsreihe der Jungen Union Augsburg-Land mit dem Titel „Ausbildung schafft Zukunft. Trautner im Betrieb“. Hierbei besucht die JU gemeinsam mit mir Betriebe aus Handwerk und Mittelstand, um unterschiedliche Problemfelder zu diskutieren. Beim ersten Termin beim Sanitärbetrieb Reitmayer GmbH in Adelsried stand das Thema „Handwerk ohne Nachwuchs?“ auf der Agenda.

„Es ist ungemein wichtig, dass politisch Verantwortliche erfahren, wo beim Handwerk der Schuh drückt. Nur so kann Politik mit Bezug zur Wirklichkeit gemacht und für die Menschen etwas erreicht werden“, fasste JU Kreisvorsitzender Ludwig Lenzgeiger das Ziel der neuen JU-Veranstaltungsreihe zusammen.

Er freute sich auch, dass man für den ersten Termin einen echten Bilderbuchbetrieb gewinnen konnte. Die Firma Reitmayer GmbH ist ein Familienunternehmen mit acht Beschäftigten - vom Auszubildenden bis hin zum Seniorchef und im Ort tief verwurzelt.

Christoph Reitmayer, Firmenchef, öffnete gerne die Pforten seines Betriebs, damit gerade der Politiknachwuchs das Handwerk nicht aus den Augen lässt.

Ein Problem liege dem Handwerk besonders am Herzen: „Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt und wir können mit immer besserer Technik und ausgezeichnetem Personal hervorragende Arbeit leisten, aber auf der Suche nach Auszubildenden, also den Handwerkern von morgen, tun wir uns schwer“, so Reitmayer.

Hieraus entwickelte sich ein eingehendes Gespräch zwischen allen Anwesenden, in dem danach gefragt wurde, weshalb eine handwerkliche Ausbildung heute nicht so attraktiv zu sein scheint.

Dabei bestätigte sich mein Eindruck, dass häufig ein unpassendes Bild vom Handwerker in den Köpfen der Menschen vorhanden ist: Im Gespräch wird oft deutlich, dass viele Menschen das Handwerk unterschätzen. Man verbindet hiermit einfache Arbeiten, die wenig herausfordernd sind und dazu noch schlechte Perspektiven und wenig soziale Anerkennung bieten. Doch das ist ganz grundsätzlich falsch, wie sich zeigte.

Das Vorurteil des „dummen Handwerkers“ habe noch nie gestimmt und nur, wer sich in den Berufen nicht auskenne, könne so etwas behaupten, so Christoph Reitmayer. Etwa im Sanitärbereich sei der Beruf des Anlagemechanikers heutzutage hoch komplex, man habe unter anderem die Digitalisierung einzubeziehen. Daneben werden die technischen Anlagen immer anspruchsvoller. Die Möglichkeiten zur ständigen Weiterbildung bieten deshalb beste Berufsaussichten.

Der Politik kommt also hierbei eine zweifache Aufgabe zu: Wir müssen zum einen klar und deutlich immer wieder betonen, dass das Handwerk eine ausgezeichnete Zukunftsperspektive für Schüler, aber auch für Studienabbrecher, darstellt. Ein zweiter Schritt hängt damit zusammen; denn wir müssen in den Schulen dafür Raum bieten, dass sich das Handwerk als attraktiver Arbeitgeber präsentieren kann und hier ist vor allem auch das Handwerk selbst gefragt. Dieses darf nicht davor zurückschrecken, sich selbstbewusst anzubieten und so junge Menschen für die Vielfalt an Berufen zu begeistern. Politisch Verantwortliche auf allen Ebenen und das Handwerk müssen zusammen an einem Strang ziehen.

Bei der anschließenden Betriebsführung bot sich den JUlern außerdem die Möglichkeit einen Blick in den Handwerkbetrieb zu werfen, der verdeutlichte, wie facettenreich ein Sanitärunternehmen heutzutage sein kann.