Bildungsprogramm Landwirt (BiLa)

Landwirtschaftliche Betriebe im Nebenerwerb fachlich führen

Wer einen landwirtschaftlichen Betrieb führen möchte, aber einen außerlandwirtschaftlichen Beruf erlernt hat, kann an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) im Rahmen des sogenannten Bildungsprogrammes Landwirt (BiLa) einen mehrjährigen modular strukturierten Kurs belegen. Neben dem umfassenden Knowhow, beispielsweise aus den Bereichen Betriebswirtschaft, pflanzliche und tierische Produktion oder ökologischer Landbau, stellt die erfolgreiche Teilnahme an bestimmten BiLa-Modulen auch eine Grundlage dar. Vom Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) oder der Diversifizierungsförderung (DIV) kann profitiert werden.

Die gelernte Hotelfachfrau Angelina Gontow arbeitet gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten in dessen Lohnunternehmen im Raum Aufseß. Ursprünglich aus Norddeutschland stammend, konnte sie schon vor einiger Zeit in Franken Erfahrungen in der Milchviehhaltung sammeln. Jetzt, in den Winterhalbjahren, besucht sie an jeweils zwei Abenden pro Woche, von 19 bis 22 Uhr, die BiLa-Kurse im AELF Bayreuth. Tagsüber kümmert sie sich auch um die zwölf Milchkühe und die Nachzucht. „Uns ist es wichtig, zusätzlich zu dem Lohnunternehmen noch Tiere zu halten. Auch zu diesen Themen kann ich in den Kursen viel lernen“, betont Gontow. „Solange im Stall alles passt, kann ich die Veranstaltungen in Bayreuth besuchen.

Die beruflichen Hintergründe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am aktuellen BiLa-Kurs sind vielfältig. Häufig geht es darum, einen landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb fachlich fundiert zu führen. Zusammen mit der gelernten Hotelfachfrau drücken hier auch Menschen unter anderem aus den Bereichen Technik oder Medizin die Schulbank. Manche arbeiten schon lange auf den elterlichen Höfen mit, haben aber noch keine offiziell anerkannte landwirtschaftliche Ausbildung. Unter der Voraussetzung, dass eine außerlandwirtschaftliche Erstausbildung nachgewiesen werden kann, ermöglicht die Teilnahme an bestimmten Pflichtmodulen diesen BiLa-Schülern sogar die Zulassung zur Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Landwirt/in.

Allerdings ist eine umfangreiche Anzahl an besuchten Unterrichtsstunden notwendig, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Zusätzlich müssen für eine Prüfungszulassung langjährige Praxiserfahrungen im Haupt- oder Nebenerwerb vorliegen. Deshalb verlangt der Berufsabschluss Landwirt über das BiLa auch ein besonderes Engagement und Ausdauervermögen der Teilnehmer, um die Prüfung erfolgreich abschließen zu können!

Über ein zentrales Bildungsportal können die BiLa-Module in Zukunft auch online gebucht werden. Die Homepage des AELF Bayreuth bietet Interessierten ausführliche Informationen zum Bildungsprogramm Landwirt unter:

www.aelf-by.bayern.de/bildung/landwirtschaft/index.php