MdL Norbert Dünkel im Interview

Bildung ist der beste Grundstock für eine erfolgreiche Zukunft unserer Kinder

 

Das bayerische Bildungssystem erhält bei Untersuchungen immer wieder Bestnoten. In den großen nationalen Leistungsvergleichen und unabhängigen Studien belegen Bayerns Schüler regelmäßig den ersten Platz. Kein anderes Bundesland kann eine so kontinuierliche Spitzenstellung aufweisen, die Erfahrungen der Bürger bestätigen dies. Bei der repräsentativen, deutschlandweiten Studie des Markt- und Politikforschungsinstituts dimap bewerten 64 Prozent der Befragten das bayerische Bildungssystem mit sehr gut oder gut.

Im Interview erklärt der Landtagsabgeordnete Norbert Dünkel (CSU) die Gründe für diesen Erfolg und beschreibt die Herausforderungen der Zukunft. Unteranderem die Inklusion für Kinder mit besonderen Hilfebedarf.

 

Herr Dünkel, warum ist das bayerische Bildungssystem so erfolgreich?

Ich denke es gibt dafür eine Vielzahl von Gründen. Die beiden wichtigsten möchte ich Ihnen kurz erläutern. Das bayerische Bildungssystem besticht durch seine Vielfalt. Während andere Bundesländer Einheitsschulen etabliert haben und damit das Schulniveau insgesamt gesenkt wurde, haben wir im Freistaat das dreigliedrige System beibehalten. In Bayern ist weiterhin der individuelle Bildungserfolg entscheidend. Vielfalt, nicht Einfalt, kennzeichnet den bayerischen Weg! Jeder Schüler in Bayern wird entsprechend seiner Bedürfnisse optimal gefördert und erhält passende Bildungsangebote. Dabei besticht unser System auch durch Durchlässigkeit. Für jeden Abschluss gibt es einen passenden Anschluss. Beispielsweise werden mittlerweile über 40 Prozent der Zugangsberechtigungen zur Hochschule an den Fachoberschulen, Berufsoberschulen und weiteren beruflichen Schulen erworben.

 

Als zweites elementares Erfolgskriterium möchte ich auf die Investitionen verweisen. Bayern hat in den letzten Jahren so viel Geld wie kein anderes Land für Bildung ausgegeben. Auch hier sind wir  also deutschlandweit Spitze. Kein anderes Bundesland gibt so viel Geld pro Schüler aus, wie der Freistaat.  Dieses Geld wird genutzt, um optimale Bedingungen für unsere Schüler zu schaffen. Es wurden zum Beispiel etliche neue Lehrerstellen geschaffen,  es wurde in Schulgebäude investiert und die Inklusion gefördert. 

 

Sie sind Mitglied des Bildungsausschusses, was waren dort die größten Herausforderungen in dieser Legislaturperiode?

Sicherlich die Umstrukturierung des Gymnasiums hin zum G9. Wir haben uns über Monate hinweg mit allen relevanten Verbänden und Experten ausgetauscht und schließlich ein sehr gutes Konzept vorgelegt. Die bayerischen Gymnasien sind nun fit für die Zukunft. Gleichzeitig hat die CSU Fraktion 2017 im Landtag ein neues Bildungspaket verabschiedet. Es ist uns damit gelungen, die frühkindliche Bildung auszubauen, Förderschulen zu stärken und die Bedingungen für  Grund-, Mittel- und Realschulen zu verbessern. Unteranderem werden 1800 neue Lehrerstellen geschaffen. 

 

Seit 2014 sind Sie Vorsitzender der fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe Inklusion. Was sind dort Ihre Aufgaben und welche Inhalte haben Ihre Arbeit dort geprägt?

Die interfraktionelle Arbeitsgruppe möchte wichtige Impulse bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zu einem "inklusiven Schulsystem" setzen. Uns geht es darum, durch gezielte Förderung von Kindern mit Behinderung mehr Gleichheit zu ermöglichen. Inklusion soll das Niveau der Schulen nicht beeinträchtigen. Es müssen daher Bedingungen geschafft werden, die Inklusion möglich machen und die Schulen nicht überfordern. Ausreichendes, ausgebildetes Personal ist dafür entscheidend. Deshalb werden jährlich 200 neue Inklusionsstellen geschaffen. Damit diese Stellen auch besetzt werden können, werden auf meine Initiative hin, die Studienkapazitäten für Sonderpädagogik in Bayern massiv ausgebaut. Es wird je einen neuen Lehrstuhl in München und Würzburg geben, als auch eine komplett neue Fakultät, mit drei Lehrstühlen, an der Universität Regensburg.     

 

Sie sind Direktkandidat der CSU im Nürnberger Land. Sind Sie zufrieden mit der Schullandschaft in Ihrem Landkreis?

Das Nürnberger Land steht insgesamt sehr gut dar. Das Angebot an Schulen ist vielfältig. In den letzten Jahren haben wir zudem stark investiert, um den etwa 8500 Schülern im Landkreis optimale Lernbedingungen zu bieten. Allein der Freistaat hat über sieben Millionen Euro Fördermittel für die Schulen des Landkreises zur Verfügung gestellt.  Dadurch war es beispielsweise möglich,  die Realschulen zu renovieren und die Gymnasien  auszubauen. Besonders hervorheben möchte ich auch, dass es 2013 gelungen ist, die neue Fachoberschule „Nürnberger Land“ in Lauf in Betrieb zu nehmen. Damit ist die Schullandschaft im Landkreis erheblich erweitert worden. Die Schüler müssen nun nicht mehr extra nach Nürnberg oder Amberg fahren, wenn sie eine Fachoberschule besuchen möchten. 

 

Welche Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft?

In den nächsten Jahren wird es darauf ankommen, die Investitionen in unser Bildungssystem weiter zu erhöhen. Wir werden unsere Schulen weiter fit für die Zukunft machen.  Ein Schwerpunkt wird dabei die digitale Bildung sein. Dazu wird deutlich mehr Geld in neueste IT-Ausstattung investiert, insgesamt über eine Milliarde Euro. Zusätzlich werden wir die Anzahl der Lehrerstellen weiter ausbauen, die Klassenstärken senken und so eine optimale Betreuung und Förderung unserer Schüler gewährleisten.

Ganz besonders wichtig ist mir zudem, dass wir den ländlichen Raum besonders in den Blick nehmen und fördern. Eine große Herausforderung ist die abnehmende Schülerzahl auf dem Land. Vor allem Grund- und Mittelschulen sind davon betroffen und müssen deshalb häufig zusammengelegt oder geschlossen werden. Geschlossene Schulen führen jedoch dazu, dass die Attraktivität des ländlichen Raumes sinkt und die Lebensqualität der Menschen reduziert wird. Es muss daher alles dafür getan werden, die örtlichen Schulen auf dem Land zu erhalten. Sollte das dennoch nicht möglich sein, muss die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln so ausgebaut werden, dass die Schüler nicht eine halbe Ewigkeit auf dem Schulweg verbringen müssen.