Nachmittagsbetreuung

Offene Ganztagsschule in Heinersreuth

„Mit der offenen Ganztagsschule wurde für die Kinder berufstätiger Eltern eine weitere Möglichkeit der Nachmittagsbetreuung neben dem Hort geschaffen“, zeigt sich die Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer erfreut. Als Leiterin der Projektgruppe „Ganztag“ im Bayerischen Landtag hat sie die Entwicklung des Pilotprojektes „Offene Ganztagsschule“ an der Grundschule Heinersreuth seit dessen Beginn im Schuljahr 2013/14 genau beobachtet. Heinersreuth war eine der ersten Schulen im Freistaat, die dieses Modell anboten. Wie es bei neuen Projekten häufig der Fall ist, gab es auch in der oberfränkischen Gemeinde viele unterschiedliche Stimmen und Diskussionen zu diesem Thema. Inzwischen sind sowohl der Hort an der Grundschule als auch die Offene Ganztagsschule ausgelastet. Weitere Schulen in Bayreuth und Umgebung können seit dem Schuljahr 2016/17 dem Heinersreuther Beispiel folgen.

Im Gegensatz zur sogenannten „Gebundenen Ganztagsschule“ können Eltern bedarfsgerecht für ihre Kinder von Montag bis Donnerstag einen kostenlosen Betreuungsplatz buchen. Nach dem regulären Unterricht am Vormittag findet nachmittags jedoch kein Unterricht statt. Mittags wird zunächst gemeinsam gegessen, um im Anschluss Hausaufgaben zu machen und an diversen spannenden Projekten teilzunehmen oder zu spielen. Für die gebuchten Tage gilt Schulpflicht. Freitags- und Ferienbetreuung kann über den Hort kostenpflichtig in Anspruch genommen werden. Für Ganztagskinder ist auch der Schulbus um 14 Uhr bzw. 16 Uhr kostenlos. „Da die Offene Ganztagsschule ins Schulgebäude eingegliedert ist, kann dessen Infrastruktur wie Turnhalle, Sportplatz, Werkräume oder die Leseecke mitgenutzt werden“, hebt Simone Kirschner, Bürgermeisterin der Gemeinde Heinersreuth hervor. „Eine Schule ist an den Nachmittagen ansonsten meist wie leergefegt. Deshalb begrüße ich, dass die Kinder in dieser Zeit auf die vielen Möglichkeiten zurückgreifen können.“

Diese Meinung teilt auch Pfarrer Guggemoos, welcher von Anfang an maßgeblich in die Planung und Umsetzung der Offenen Ganztagsschule Heinersreuth eingebunden war. „Es ist eine tolle Möglichkeit, unkompliziert viele Kinder von den Betreuungsangeboten profitieren zu lassen. Für die Zukunft wünsche ich mir noch eine stärkere Vernetzung mit der Hortarbeit“, so Guggemoos. Er ist schon seit mehreren Jahren als Lehrkraft an der Schule tätig.

Etwa die Hälfte der 124 Schülerinnen und Schüler wird an der Grundschule Heinersreuth nachmittags im Hort oder der Ganztagsschule betreut. Von den jährlichen Kosten von 50 000 Euro der Offenen Ganztagsschule übernimmt der Freistaat Bayern 36 000 Euro.