Kultur

Frischer Wind für zwei der wichtigsten Spielstätten Oberfrankens

„Die Ungeduld, nach Bayreuth zu kommen, ließ mich Stunden und Minuten zählen. Ich schmeichelte mir, ein sanftes und ruhiges Leben in meinem neuen Aufenthaltsorte zu führen und ein glücklicheres Jahr als das eben beendete zu beginnen“ so beschreibt Markgräfin Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth in ihren Memoiren ihre Vorfreude auf Bayreuth. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie vermutlich noch nicht, welch beeindruckende Spuren sie in dem kleinen Städtchen am Main hinterlassen sollte, und dass mehr als 300 Jahre später Menschen aus aller Welt nach Bayreuth reisen würden, um das von Wilhelmine initiierte Markgräfliche Opernhaus zu bestaunen. Erbaut zwischen 1744 und 1750, wurde der Innenraum von dem bedeutenden Theaterarchitekten Giuseppe Galli da Bibiena gestaltet.

In den vergangenen Jahren wurde es nach einer missglückten Überarbeitung Anfang des 20. Jahrhunderts und eines Wasserschadens renoviert, um schließlich am 12. April 2018 wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden. „Wer es besucht hat weiß, welch einzigartiges Schmuckstück das Opernhaus ist“, betont Dr. Stefan Specht, der Kulturpfleger des Stadtrates Bayreuth. „Als Eigentümer hat der Freistaat Bayern mehr als 30 Millionen Euro in dieses grandiose Bauwerk investiert. Die Zusammenarbeit mit der Landtagsabgeordneten Gudrun Brendel-Fischer und Ministerpräsident Markus Söder, dem ehemaligen Finanzminister, hat perfekt funktioniert. Das war ein Musterbeispiel kommunaler Zusammenarbeit, wie es gerade die CSU auszeichnet“.

Vermutlich ist der jetzige Zustand des Hauses dem Originalzustand zu Zeiten Wilhelmines so nahe, wie weltweit in keinem anderen Theater seiner Zeit. In aufwendiger Kleinarbeit wurde der fast ausschließlich aus Holz bestehende Zuschauerraum mit seinen reichen Verzierungen fachkundig restauriert. Die herausragende Klangatmosphäre und die typisch üppigen Barockverzierungen können nun von Besuchern wieder originalgetreu bewundert werden.

„Der Ministerpräsident hat in seiner Eröffnungsansprache klar zum Ausdruck gebracht, dass es sich bei aller kulturhistorischer Bedeutsamkeit um ein Theater handelt“, so Dr. Specht, „und ein Theater muss leben, es ist viel mehr als nur ein Museum, es muss durch hochkarätige Veranstaltungen mit Leben gefüllt werden“. Deshalb sollen in Zukunft hochkarätige musikalische Veranstaltungsreihen im Markgräflichen Opernhaus einen weiteren spannenden Akzent neben den Festspielen Richard Wagners das musikalische Leben in Bayreuth bereichern.

Ebenfalls aus Wilhelmines Epoche, wurde in den vergangenen Jahren die ehemalige markgräfliche Reithalle, später als Theater Stadthalle bekannt, einem neuen, erweiterten Zweck zugeführt. Unter dem Namen Friedrichsforum wird das in den letzten hundert Jahren hauptsächlich als Konzerthaus und Theater genutzte Gebäude nun saniert, und bis Ende 2019 in ein Kultur- und Tagungszentrum mit mehreren Bühnen umgebaut.

Mit dem Markgräflichen Opernhaus und dem Festspielhaus auf dem Grünen Hügel ist Bayreuth für seine Bürgerinnen und Bürger, als auch für internationale Gäste durch die erfolgreiche Kulturpolitik des Freistaates Bayern auf dem besten Weg, als Stadt mit zwei Opernhäusern in Zukunft noch an Strahlkraft zu gewinnen.