Wie es zur Halbzeit steht...

Hochschule, Forschung, Bildung und Erziehung

Hochschule und Forschung

Gut aufgestellte Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen sind beste Voraussetzungen, um die Herausforderungen des demographischen Wandels zu bewältigen, Regionen zu stärken und Perspektiven zu sichern. Ein vielfältiges Angebot in der Region steigert deren Attraktivität, die Hochschulen bilden vor Ort benötigte Fach- und Führungskräfte aus und unterstützen heimische Unternehmen in Forschung und Entwicklung.

Entsprechend wichtig ist mir, dass sich die Technische Hochschule Deggendorf als Zugpferd für die „Region Deggendorf“ und darüber hinaus gut positioniert.

 

Technische Hochschule Deggendorf erweitert

Auf der bisher positiven Entwicklung der südostbayerischen Hochschul- und Wissenschaftslandschaft insgesamt konnten wir uns seit Beginn der Legislaturperiode nicht ausruhen. Mit dem Instrument der sogenannten wissenschaftsgestützten Struktur- und Regionalisierungsstrategie haben wir uns zum Ziel gesetzt, den Ausbau von Hochschulangeboten in der Region weiter voranzutreiben. Mit dieser Strategie knüpft Bayern an den erfolgreichen Weg an, den es vor über zwanzig Jahren mit der Etablierung der Fachhochschulen eingeschlagen hat.

Im September 2014 stimmte die Bayerische Staatsregierung in diesem Zusammenhang auch der Standort- und Angebotserweiterung der Technischen Hochschule Deggendorf zu. Die Hochschule Deggendorf erfuhr im Zuge der wissenschaftsgestützten Struktur- und Regionalisierungsstrategie eine Bereicherung um weitere Studienangebote: Im Oktober 2015 zogen die ersten 180 Studierenden am European Campus Rottal-Inn (ECRI) in Pfarrkirchen, dem neuen Standort der Hochschule, ein. Seit letztem Jahr können dort die international ausgerichteten Studiengänge „International Tourism Management / Health and Medical Tourism“ (Bachelor) und „Medical Informatics“ (Master) absolviert werden. Zum kommenden Wintersemester wird mit dem Bachelorstudiengang „Industrial Engineering/ Maintenance and Operation“ auch ein technischer Studiengang in Pfarrkirchen eingeführt. Über den äußerst gelungenen Start des Studienbetriebs der Technischen Hochschule Deggendorf in Pfarrkirchen im Bereich Gesundheit zum Wintersemester 2015/2016 freue ich mich sehr.

Darüber hinaus billigte der Ministerrat am 9. September 2014 im Rahmen dieser Strategie den weiteren Ausbau des Studienfeldes Gesundheitswissenschaften im unmittelbaren Einzugsbereich des Stammsitzes der TH Deggendorf. Das Kloster Metten könnte hier ein zukunftsweisender Standort sein. Demnächst erfolgt die europaweite Ausschreibung.

Ziel der Strategie war und ist es, den Hochschulbereich noch mehr in ländlichen Regionen zu verankern und die Regionen durch eine Vernetzung von Hochschul- und Wissenschaftseinrichtungen weiter zu stärken.

Weiterer Bestand der wissenschaftsgestützten Struktur- und Regionalisierungsstrategie ist die Profilbildung Technischer Hochschulen (TH). Besonders freut es mich, dass Deggendorf 2013 den Titel „Technische Hochschule“ im Rahmen eines Wettbewerbs erhielt.

 

Wissenstransfer durch Technologietransferzentren gesichert

Neben der Schaffung von Priorisierungsstandorten wie Pfarrkirchen und der genannten Profilbildung Technischer Hochschulen (TH) sind der Wettbewerb „Partnerschaft Hochschule und Region“ und die Grundfinanzierung von Technologietransferzentren weitere Kernelemente der wissenschaftsgestützten Struktur- und Regionalisierungsstrategie.

Positive Auswirkungen hat vor allem letzteres Element für die vielen Technologietransferzentren in unserer Region, die mit der Technischen Hochschule Deggendorf zusammenarbeiten. Denn die Bayerische Staatsregierung stoß an, den Technologietransferzentren eine nachhaltige Grundfinanzierung zu gewähren. Damit soll die erfolgreiche Tätigkeit als Wissensvermittler zwischen Hochschulen und Unternehmen und als Impulsgeber für Forschung und Entwicklung langfristig etabliert werden.

 

Hohe Investitionen in die bauliche Infrastruktur der TH Deggendorf

Hohe Investitionen erfolgten zugleich in die bauliche Infrastruktur der Hochschule Deggendorf, um diese zukunftsfest auszurichten. Vier neue Gebäude mit zusätzlichen 5 700 Quadratmetern Nutzfläche wurden errichtet und im September 2014 eingeweiht. Beinhaltet sind ein Hörsaalgebäude, ein Gebäude für Elektrotechnik und Medientechnik, ein Gebäude für Verwaltung und Betriebswirtschaftslehre und ein Gebäude für die Fachrichtungen Maschinenbau und Mechatronik. Den mittlerweile rund 5.600 Studierenden (Stand WS 2015/2016) stehen damit moderne Studienplatzbedingungen zur Verfügung.

Das weitere fünfte Gebäude, das „Transferzentrum Technik und Innovation“, das auf dem Campus der TH in Kooperation mit der Universität Passau realisiert wird, soll voraussichtlich 2016 fertig werden. Der Neubau dient als Keimzelle für die Ansiedlung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen als Maßnahme des Aktionsplans „Demographischer Wandel, ländlicher Raum“.

 

Ausbau von Forschungsaktivitäten

An allen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen haben die Forschungsaktivitäten zugenommen, so auch bei der Technischen Hochschule Deggendorf. Bayern unterstützt die Hochschulen durch das Programm zur Förderung der Angewandten Forschung und Entwicklung. Die Hochschule Deggendorf erhielt im Jahr 2015 aus diesem Programm 250.000 Euro.

Zudem gelang es der TH Deggendorf und der HaW Landshut zusammen 5,5 Millionen Euro an EU-Mitteln für regionale Entwicklung einzuwerben. Sie können damit innovative Projekte in der Energiespeicherung, der Digitalisierung sowie im Leichtbau gemeinsam mit den Hochschulen in Salzburg und Wels realisieren. Auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung wird durch dieses Projekt verbessert. Die TH Deggendorf arbeitet mit der FH Oberösterreich zusammen, wobei zwei Logistik-Labore in Grafenau und Steyr umgesetzt werden. Dort soll die Technologie zur datenbasierten logistischen Planung praxisnah vermittelt und weiterentwickelt werden. Die TH erhielt dafür über eine halbe Million Euro. Die Förderung erfolgte über das Programm INTERREG V-A für die Bereiche Forschung und Entwicklung, Umweltschutz sowie Verwaltung.

Die TH Deggendorf konnte 2015 zusammen mit der Universität Passau auch mit ihrem Projekt zur Entwicklung von Lehrangeboten im IT-Bereich im Rahmen des Programms ´Digitaler Campus Bayern´ überzeugen. Die Hochschulen wollen auf diesem Wege passgenaue Angebote für Studierende entwickeln, wobei sich die TH Deggendorf auf Studierende aus IT-fernen Fächern konzentriert. Sie sollen Kompetenzen erhalten, die im Umgang mit Projekten im IT-Bereich notwendig sind. Für das Lehrangebot „IT-Projektkompetenz für Geistes-, Sozial- und Sprachwissenschaftler" erhielt die Hochschule 140.000 Euro Förderung durch den Freistaat Bayern.

Erst im Mai dieses Jahres gab es zusätzliche 188.000 Euro an EU-Mitteln aus dem Programm INTERREG V-A für die TH Deggendorf, um eine Plattform für die Bionik-Forschung aufzubauen. Bei dem grenzüberschreitenden Projekt arbeitet Deggendorf mit Unternehmen und der Fachhochschule (FH) Salzburg in Österreich zusammen.

Das Projekt „ILBitZ“ (Innovative Lösungen durch Bionik im transnationalen Zusammenspiel von Wirtschaft und Wissenschaft) will die Bionik-Anwendung in kleinen und mittelständischen Unternehmen fördern. Hierzu sollen Unternehmen und Forschungseinrichtungen vernetzt werden. Die neue Kooperationsplattform soll Unternehmen des Grenzraums dabei unterstützen, innovative Lösungen mit Hilfe neuester wissenschaftlicher Forschungsergebnisse zu finden.

 

Innovatives Lernen und Weiterbildungsangebote an der Hochschule

Die Hochschule Deggendorf hat des Weiteren mit ihrem Konzept überzeugt, wie Lehramtsstudierende auch für einen Beruf außerhalb der Schule vorbereitet werden können und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt weiter erhöht werden können. Für das Projekt, Betriebswirtschaft für Lehramtsabsolventen anzubieten, stellen wir der Hochschule 120.000 Euro zur Verfügung. Zum Vorhaben gehören ein Grundlagenkurs und die Möglichkeit, Modulstudien in diesem Bereich zu belegen.

Bayern fördert die Hochschule Deggendorf zudem auch im Bereich der Weiterbildung: Das Projekt „KMU Bildungs-Check“ setzt sich zum Ziel, das Weiterbildungsangebot im betriebswirtschaftlichen und technischen Bereich langfristig zu sichern und den Ausbau im Gesundheitsbereich zu forcieren. Zudem sollen spezifische Seminar- und Zertifikatsangebote rund um die an der Hochschule bereits fest verankerten MBA- und Masterstudiengänge entwickelt werden.

 

Bildung und Erziehung

Positive Ganztagsentwicklung an den Schulen im Landkreis Deggendorf

Bayern hat die gebundenen und offenen Ganztagsangebote sowie die Mittagsbetreuung weiter deutlich ausgebaut. Ziel ist es, den Eltern mit ihren Kindern eine flächendeckende und bedarfsorientierte Versorgung mit verschiedenen Formen von Ganztagsangeboten unterbreiten zu können. Die Eltern haben dabei die Wahlfreiheit, ob ihre Kinder ein Ganztagsangebot besuchen oder nicht.

Die Ganztagsangebote für den Landkreis Deggendorf wurden seit dem Schuljahr 2013/2014 deutlich erweitert: So konnten vom Schuljahr 2013/2014 zum aktuellen Schuljahr 2015/2016 im Landkreis Deggendorf die Ganztagsangebote an Schulen im Bereich der gebundenen Ganztagsschule um 2 Standorte und 3 Klassen, im Bereich der offenen Ganztagsschule um 3 Schulen und 9 Gruppen und im Bereich der (verlängerten) Mittagsbetreuung um 4 Gruppen ausgebaut werden.

 

Mittelstufe Plus wird am Robert-Koch-Gymnasium Deggendorf erprobt

In einem zweijährigen Pilotversuch erprobt das Robert-Koch-Gymnasium im Landkreis Deggendorf die Mittelstufe Plus. Diese bietet den Schülerinnen und Schülern mit pädagogischem Bedarf ein Jahr mehr Lernzeit an, Kernfächer werden besonders gefördert.

Das Robert-Koch-Gymnasium ist eine von niederbayernweit fünf Schulen, die am Pilotprojekt teilnimmt.

 

Unterricht für junge Asylbewerber und Flüchtlinge

Die Herausforderungen, die mit dem Zuzug junger Asylbewerber und Flüchtlinge auf das Schulsystem zukommen, müssen wir aktiv gestalten. Bayern möchte den jungen Menschen, die oft unter schwierigsten Bedingungen ihren Weg hierher gemacht und eine begründete Aussicht auf ein Bleiberecht haben, die nötigen Starthilfen und Unterstützung geben. Schule ist ein zentraler Lern- und Lebensort, die Vermittlung von Kompetenzen und der Bau von Brücken zur Integration werden hier in besonderer Weise geleistet.

 

Angebot an Grund- und Mittelschulen

Sprache ist der Schlüssel zur erfolgreichen Integration. Die Deutschförderung an Grund- und Mittelschulen im Landkreis Deggendorf wurde seit dem Schuljahr 2013/2014 deshalb stetig ausgebaut. Deutschförderkurse gab es zum Schuljahr 2013/2014 an vierzig Grund- und zwölf Mittelschulen, zum Schuljahr 2014/2015 an 45 Grund- und elf Mittelschulen.

Zum Schuljahr 2015/2016 hat Bayern das Angebot für Flüchtlinge und Asylbewerber weiter ausgebaut. Das Kultusministerium hat dazu entsprechend mehr Stellen für Übergangsklassen an Grund- und Mittelschulen zur Verfügung gestellt.

Eine Deutschförderklasse wurde jeweils an der Mittelschule Hengersberg und Mittelschule Plattling eingeführt, eine Übergangsklasse jeweils an den Mittelschulen Hengersberg, Winzer-Iggensbach, Osterhofen und Sankt Martin Deggendorf. In den Übergangsklassen lernen die jungen Menschen unter anderem Grundlagen der deutschen Sprache, um später am Regelunterricht teilzunehmen. Deutschförderkurse gab es zudem an 43 Grund- und 15 Mittelschulen.

Zum Schuljahr 2016/2017 sind zusätzliche Übergangsklassen an mehreren Standorten in Planung.

 

Berufsschulangebot in Deggendorf

Zum Schuljahr 2013/2014 wurde im Landkreis Deggendorf an der Berufsschule Deggendorf I bereits ein Angebot für berufsschulpflichtige Flüchtlinge und Asylbewerber an Berufsschulen eingerichtet. In dem zweijährigen Programm erwerben die Schülerinnen und Schüler Deutschkenntnisse und Informationen zur Berufsorientierung. Zum Schuljahr 2014/2015 und zum Schuljahr 2015/2016 wurde das Angebot auf zwei beziehungsweise vier Berufsintegrationsklassen im Landkreis erweitert.

 

Vereinbarung von Familie und Beruf

Die „Jüngsten“ der Gesellschaft, unsere Kinder, sind unsere Zukunft. Deshalb wollen wir, dass Eltern Familie- und Berufsleben harmonisch und selbstbestimmt miteinander vereinbaren können. Beim Ausbau der Kinderbetreuung der unter 3jährigen setzen wir auf Freiwilligkeit, denn wir wollen das Selbstbestimmungsrecht der Eltern stärken.

Damit alle Eltern wählen können, ob sie ihre Kinder selbst betreuen oder sie in einer professionellen Einrichtung betreuen lassen, geben wir in Bayern durch den bedarfsgerechten Ausbau der Kinderbetreuung einerseits und dem Betreuungsgeld andererseits allen Eltern eine echte Entscheidungsfreiheit.

Und die Zahlen geben uns Recht: Das bundesweite Betreuungsgeld nahmen von August 2013 bis Juni 2015 fast 85 Prozent aller anspruchsberechtigten Eltern im Regierungsbezirk Niederbayern in Anspruch. Niederbayern lag damit an der Spitze aller bayerischen Regierungsbezirke.

Der Anspruch auf Betreuungsgeld soll in Bayern deshalb auch in Zukunft als Landesleistung erhalten bleiben. Der Ministerrat hat Ende November 2015 den Entwurf eines Bayerischen Betreuungsgeldgesetzes beschlossen und dem Landtag zugeleitet, welcher dem Gesetz zustimmen muss. Der Gesetzentwurf sieht einen nahtlosen Übergang von der Bundes- zur Landesleistung vor: Eltern, welche die Voraussetzungen erfüllen, sollen auch rückwirkend bis längstens 1. Januar 2015 Betreuungsgeld erhalten.

 

Krippenausbau im Landkreis Deggendorf bald abgeschlossen

Zugleich haben wir kräftig in den Ausbau der professionellen Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren investiert, um für Eltern umfassende Angebote vorzuhalten. Im Landkreis Deggendorf gibt es derzeit 495 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen (Stand 1.5.2016). Hinzu kommen die zusätzlichen Betreuungsmöglichkeiten in der Kindertagespflege. Seit Beginn der Legislaturperiode nutzten die Stadt Deggendorf, der Markt Metten und die Gemeinden Grattersdorf, Auerbach, Künzing, Moos und Offenberg die Gelegenheit neue Plätze zu errichten.

Neu geschaffene Plätze seit Oktober 2013:

 

Neu geschaffene Plätze

Förderung durch den Freistaat aus Richtlinie „Kinderbetreuungsfinanzierung“

Stadt Deggendorf

12

12

144.800 €

322.900 €

Markt Metten

28

643.500 €

Gemeinde Grattersdorf

8

124.200 €

Gemeinde Grafling

6

48.000 €

Gemeinde Auerbach

12

292.700 €

Gemeinde Künzing

10

33.000 €

Gemeinde Moos

2

-

Gemeinde Offenberg

12

257.100 €

 

Zum September dieses Jahres und für das kommende Jahr sind weitere 72 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren, verteilt auf den Markt Schöllnach, den Markt Hengersberg und die Gemeinden Iggensbach und Bernried geplant.

In Planung:

Markt Schöllnach

12

Markt Hengersberg

24

Gemeinde Iggensbach

12

Gemeinde Bernried

bis zu 24

Mit diesen zusätzlichen Plätzen ist der Ausbau des Angebots vorläufig abgeschlossen: Fast jede Gemeinde im Landkreis Deggendorf besitzt nun ein entsprechendes Betreuungsangebot. Der Bedarf bei den Kommunen im Landkreis Deggendorf ist damit zum September 2016 einstweilen abgedeckt. Neben der Förderung aus der Richtlinie des Investitionsprogramms "Kinderbetreuungsfinanzierung“ hat der Freistaat auch die nötigen Umbaumaßnahmen durch Mittel zur Hochbauförderung nach Art. 10 Finanzausgleichsgesetz (FAG) unterstützt.