Bilanz zum Ende der Legislaturperiode

Hochschule, Forschung und Wissenschaft

Gut aufgestellte Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen sind beste Voraussetzungen, um die Herausforderungen des demographischen Wandels zu bewältigen, Regionen zu stärken und Perspektiven zu sichern. Ein vielfältiges Angebot in der Region steigert deren Attraktivität, die Hochschulen bilden vor Ort benötigte Fach- und Führungskräfte aus und unterstützen heimische Unternehmen in Forschung und Entwicklung. Umso schöner ist es, dass sich die Technische Hochschule Deggendorf auch in dieser Legislaturperiode als „Zugpferd" für die Region Deggendorf absolut erfreulich weiterentwickeln konnte.

 

Technische Hochschule Deggendorf erweitert

Auf der bisher positiven Entwicklung der südostbayerischen Hochschul- und Wissenschaftslandschaft konnten wir uns seit Beginn der Legislaturperiode nicht ausruhen. Mit dem Instrument der sogenannten wissenschaftsgestützten Struktur- und Regionalisierungsstrategie haben wir uns zum Ziel gesetzt, den Ausbau von Hochschulangeboten in den Regionen weiter voranzutreiben. Mit dieser Strategie knüpft Bayern an den erfolgreichen Weg an, den es vor über zwanzig Jahren mit der Etablierung der Fachhochschulen eingeschlagen hat. Wir investieren kraftvoll in Hochschul- und Forschungsangebote in der Fläche und bringen so Bildung und Wissenschaft zu den Menschen.

2014 stimmte die Bayerische Staatsregierung in diesem Zusammenhang der Standort- und Angebotserweiterung der Technischen Hochschule Deggendorf zu. Die Hochschule Deggendorf erfuhr im Zuge der wissenschaftsgestützten Struktur- und Regionalisierungsstrategie eine Bereicherung um weitere Studienangebote: Im Oktober 2015 zogen die ersten 180 Studierenden am European Campus Rottal-Inn (ECRI) in Pfarrkirchen, dem neuen Standort der Hochschule, ein. Dort können die international ausgerichteten Studiengänge „International Tourism Management/Health and Medical Tourism“ (Bachelor) und „Medical Informatics“ (Master) absolviert werden. Zum Wintersemester 2016/2017 wurde mit dem Bachelorstudiengang „Industrial Engineering/Maintenance and Operation“ auch ein technischer Studiengang in Pfarrkirchen eingeführt, zum Sommersemester 2017 startete der Master „International Tourism Management“, zum Wintersemester 2017/2018 der Bachelor „Health Informatics“. Zum Wintersemester 2017/2018 gab es bereits 570 Studierende am European Campus Rottal-Inn – das ist ein großer Erfolg.

Darüber hinaus erfolgte am Standort Deggendorf der Start und Aufbau der Gesundheitsstudiengänge „Angewandte Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Training und Gesundheit“ (Bachelor), „Physiotherpaie dual mit Schwerpunkt Bewegungswissenschaft" (Bachelor), „Pflege Dual“ (Bachelor) sowie „Gesundheitsinformatik“ (Bachelor). Außerdem wurde der berufsbegleitende Studiengang „Pflegepädagogik“ eingeführt, ebenso wie die Studiengänge „Interaktive Systeme – Internet of Things“ (Bachelor) und „Angewandte Wirtschaftspsychologie“ (Bachelor).

Der Ministerrat billigte 2014 im Rahmen der wissenschaftsgestützten Struktur- und Regionalisierungsstrategie den weiteren Ausbau des Studienfeldes Gesundheitswissenschaften im unmittelbaren Einzugsbereich des Stammsitzes der TH Deggendorf. Dem Freistaat Bayern wurde seitens des Abtes von Metten Wolfang M. Hagl angeboten, Teile des Klosters in Erbbaurecht zu nutzen. Im Oktober 2017 gab es dazu einen Bericht im Ministerrat. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wird nun geklärt, ob die Ansiedlung der Studienangebote in deutscher Sprache der Fakultät für Gesundheitswissenschaften im Kloster Metten erfolgen kann.

Weiterer Bestand der wissenschaftsgestützten Struktur- und Regionalisierungsstrategie ist die Profilbildung technisch orientierter Hochschulen für angewandte Wissenschaften als Technische Hochschulen (TH). Besonders freut es mich, dass die THD seit dem Wintersemester 2013/2014 den Titel „Technische Hochschule“ führen darf.

Der gute Ruf der Technischen Hochschule Deggendorf zieht immer mehr Studierende aus nah und fern an. 2005 hatte die Hochschule etwa 2.670 Studierende, zu Beginn des letzten Wintersemesters waren es bereits rund 6.300, dieses WS werden es um die 6950 Studierenden sein. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, die zeigt, dass unsere Strategie der Hochschulangebote in der Region erfolgreich ist. Und der Ausbau der THD geht weiter: Ab diesem Wintersemester bietet die Hochschule erstmals den Studiengang „Technisches Design“ an und auch am Campus in Cham wird es mit dem Bachelor „Mechatronik – Schwerpunkt digitale Produktion“ und dem Master "Mechatronische und cyberphysische Systeme“ zwei neue Studiengänge im Studienfeld Mechatronik geben. Außerdem soll bald der berufsbegleitende Bachelor „Pädagogik im Rettungswesen“ starten.

 

Hohe Investitionen in die bauliche Infrastruktur der TH Deggendorf

Um die Hochschule zukunftsfest auszurichten und den vielen Studierenden weiterhin adäquate Rahmenbedingungen zu bieten, tätigte der Freistaat Bayern massive Investitionen in die bauliche Infrastruktur der Hochschule. Im September 2014 wurden vier neue Gebäude mit zusätzlichen 5.700 Quadratmetern Nutzfläche eingeweiht. Beinhaltet sind ein Hörsaalgebäude, ein Gebäude für Elektrotechnik und Medientechnik, ein Gebäude für Verwaltung und Betriebswirtschaftslehre und ein Gebäude für die Fachrichtungen Maschinenbau und Mechatronik. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 43 Millionen Euro.

Das weitere fünfte Gebäude, das „Transferzentrum Technik und Innovation“ wurde im Juni dieses Jahres eingeweiht. Nun sind die Bauarbeiten des Erweiterungsbaus der THD abgeschlossen. Mit dem neuen „Transferzentrum Technik und Innovation“ bietet der Standort Deggendorf hervorragende Voraussetzungen für eine zukunftsweisende außeruniversitäre Forschung. Die TH Deggendorf schärft mit diesem fünften Erweiterungsbau klar ihr technisches Profil. Auch die angewandte Forschung, die an der Hochschule fest etabliert und in der Region tief verwurzelt ist, wird merklich vom „Transferzentrum Technik und Innovation“ profitieren. Das Kooperationsprojekt mit der Universität Passau steht für den Fortschritt der Wissenschaft in Ostbayern. Neben dem Zentrum für Angewandte Forschung finden die Hochschulleitung, die Personalstelle und die Marketing- und Öffentlichkeitsarbeitsabteilung Platz in dem Gebäude mit rund 1100 Quadratmetern. Das neue Gebäude unterstützte der Freistaat Bayern mit rund 7,3 Millionen Euro.

Es freut mich sehr, dass ich zudem im Juli 2017 bei der Einweihung der neuen Mensateria dabei sein konnte. Die Mensateria „Glashaus“ mit rund 100 Plätzen im Innenbereich und 50 Plätzen auf der Terrasse bietet Studierenden eine Alternative zur bereits bestehenden Mensa, indem sie zusätzlich als sozialer Treffpunkt dient. Der Freistaat Bayern übernahm die Kosten für den Bau der Mensateria in Höhe von rund 350.000 Euro. Darüber hinaus freut es mich besonders, dass auch die bestehende Mensa an der TH Deggendorf erweitert wird. Denn aufgrund der steigenden Studierendenzahlen wird ein zusätzliches Angebot in der Mensa benötigt. Die Plätze sollen deshalb von 250 auf 376 steigen. Im März 2018 wurde der Bauantrag vom Wissenschaftsministerium genehmigt. Das Bayerische Bauministerium bereitet nun die Unterlagen für die Behandlung im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags vor, welcher dem Bau zustimmen muss. 

 

Wissenstransfer durch Technologietransferzentren gesichert

Neben der Schaffung neuer Studienangebote an sogenannten Priorisierungsstandorten wie Pfarrkirchen und der genannten Profilbildung Technischer Hochschulen (TH) sind der Wettbewerb „Partnerschaft Hochschule und Region“ und die langfristige Erfolgsstrategie  der Technologietransferzentren weitere Kernelemente der wissenschaftsgestützten Struktur- und Regionalisierungsstrategie.

Positive Auswirkungen hat vor allem die letzte Säule für die vielen Technologietransferzentren in unserer Region, die mit der Technischen Hochschule Deggendorf zusammenarbeiten. Denn die Bayerische Staatsregierung stoß an, den Technologietransferzentren eine nachhaltige Grundfinanzierung zu gewähren. Damit soll die erfolgreiche Tätigkeit als Wissensvermittler zwischen Hochschulen und Unternehmen und als Impulsgeber für Forschung und Entwicklung langfristig etabliert werden.

Die TH Deggendorf betreibt derzeit 6 Technologiecampi:

  • TC Freyung,
  • TC Teisnach,
  • TAZ Spiegelau,
  • TC Cham,
  • TC Weißenburg und
  • Logistikzentrum Grafenau.

Hinzu kommen zwei weitere spezialisierte Campi außerhalb des Stammsitzes in Bad Kötzting und in Mariakirchen. An all diesen Standorten stehen die angewandte Forschung und der Wissenstransfer aus der Wissenschaft in die Industrie im Fokus. Die TH Deggendorf leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen und strukturellen Weiterentwicklung des ländlichen Raums.

Weitere neue Technologiezentren sind geplant, auch bei uns im Landkreis Deggendorf. In Plattling soll bis 2019 ein „Forschungszentrum Moderne Mobilität“ mit den zukunftweisenden Forschungsschwerpunkten Leistungselektronik, Energiespeicherung, Autonomes Fahren sowie computertomographiegestützte Messtechnik für Echtzeitmessung entstehen. Für die „Mobilitätsstadt“ Plattling ist das ein positiver Schritt in die Zukunft.

 

Ausbau von Forschungsaktivitäten

An allen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen haben die Forschungsaktivitäten zugenommen, so auch bei der Technischen Hochschule Deggendorf. Die THD konzentriert ihre Forschungsaktivitäten auf die Bereiche

  • Bionik
  • Energie und Nachhaltigkeit
  • Gesundheit/ Demografischer Wandel
  • Industrie 4.0
  • Internet, Kommunikation und Kultur
  • Mobilitätskonzepte der Zukunft
  • sowie Nanotechnologie und Neue Werkstoffe.

Mehrere innovative Projekte der THD wurden erfreulicherweise durch die Bayerische Forschungsstiftung bezuschusst, so zum Beispiel das Projekt „Präzisionsbiegen von Dünnglas“ am Technologie Anwender Zentrum Spiegelau oder das Projekt „Suche nach einer Technik für einen gleichmäßigen Auftrag vollflächiger Farbdekore auf gebranntem Porzellan“ am Technologiecampus Cham.

 

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Besonders freut es mich, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Forschung mit unserem Nachbarland Tschechien stark vorangebracht worden ist. Die Zusammenarbeit bietet für die Hochschule und die Menschen auf beiden Seiten der Grenzen ein großes Potential, das es noch weiter auszubauen gilt. Die TH Deggendorf erforschte beispielsweise gemeinsam mit der Technischen Universität Brünn Dünnschichtmaterialien, wobei sich die TH schwerpunktmäßig mit der elektrischen und thermischen Materialcharakterisierung befasste, die Technische Universität Brünn hingegen mit besonderen Fähigkeiten in der Nanofabrikation. Das Bayerische Wissenschaftsministerium stellte für das Gemeinschaftsprojekt knapp 13.000 Euro zur Verfügung. Bei dem Projekt „Museum Uploaded“ geht es hingegen um die Entwicklung innovativer Methoden und Techniken für die Digitalisierung in Museen. Die TH Deggendorf und die Südböhmische Universität in Budweis entwickeln gemeinsam ein neues digitales Ausstellungssystem. Die Museen in Deggendorf und Písek dienen hierzu als beispielhafte Fallstudien. Ein ist ein tolles Projekt, das kulturinteressierten Bürgern in der Grenzregion zu Gute kommt. Das Projekt wird aus EU-Mitteln finanziert.

Genauso wichtig wie die Zusammenarbeit mit Tschechien ist auch die Zusammenarbeit mit unserem Nachbarn Österreich. Auch  hier gibt es vielfältige Kooperationen. So arbeitet die THD beispielsweise mit der FH Oberösterreich zusammen, wobei zwei Logistik-Labore in Grafenau und Steyr umgesetzt werden, um Unternehmensprozesse zu simulieren und Abläufe zu trainieren. Die THD erhielt dafür über eine halbe Million Euro an EU-Mitteln für 3 Jahre. Darüber hinaus profitierte die THD  von weiteren EU-Mitteln aus dem Programm INTERREG V-A, um eine Plattform für die Bionik-Forschung aufzubauen. Bei dem grenzüberschreitenden Projekt arbeitet die THD mit Unternehmen und der Fachhochschule (FH) Salzburg in Österreich zusammen.

 

Digitale Kompetenzen - THD wird um Zentrum für Digitalisierungstechnologien erweitert

Die TH Deggendorf konnte auch mit ihrem Projekt zur Entwicklung von Lehrangeboten im IT-Bereich im Rahmen des Programms ´Digitaler Campus Bayern´ überzeugen. Die Hochschulen entwickeln passgenaue Angebote für Studierende, wobei sich die TH Deggendorf auf Studierende aus IT-fernen Fächern konzentriert. Für die Lehrangebote „IT-Projektkompetenz für Geistes-, Sozial- und Sprachwissenschaftler“ durch die Technische Hochschule Deggendorf, Technische Hochschule Nürnberg und die Universität Passau und „Digitales Wissensmanagement für Geistes- und Sozialwissenschaftler“ durch die TH Deggendorf wurden zwei Förderungen durch den Freistaat Bayern gewährt.

Der Freistaat Bayern fördert die THD auch mit dem Programm „Entrepreneurship-Ausbildung mit dem Schwerpunkt Digitalisierung“. Ziel des Programms ist, Studierende für unternehmerisches Denken und Handeln vor dem Hintergrund der Digitalisierung zu qualifizieren. Die TH Deggendorf hatte sich gemeinsam mit der OTH Regensburg, der Universität Regensburg und der OTH Amberg-Weiden beworben. Mit 1,45 Millionen Euro werden sie nun vom Freistaat Bayern unterstützt, um Studierenden neue Angebote zu unterbreiten.

Besonders freut es mich, dass wir am 17. Juli im Ministerrat die erneute Erweiterung der Technischen Hochschule Deggendorf beschlossen haben. Der Freistaat wird an der THD ein Zentrum für Digitalisierungstechnologien errichten. Dort werden neue Studiengänge entstehen, in welchen Fachkräfte, die so dringend gebraucht werden, ausgebildet werden. Insgesamt sollen in den Feldern Cyber Security, Rechenzentrumsmanagement oder Künstliche Intelligenz rund 1.000 neue Studienplätze entstehen. Der Freistaat investiert dazu rund 80 Millionen Euro und schafft über neue 60 Stellen.

 

Bild: THD/CampusMedia

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