Podiumsdiskussion im Nürnberger Presseclub

Wie sieht die Zukunft der Pflege aus?

"Wie sieht die Pflege der Zukunft aus?" - mit dieser Frage beschäftigte sich eine Podiumsdiskussion im Presseclub, zu der die Nürnberger Nachrichten eingeladen hatten. Die Tatsache, dass der Marmorsaal bis auf den letzten Platz besetzt war, beweist, dass diese Frage viele Menschen beschäftigt. Auf dem Podium stellten sich der Pflegekritiker Claus Fussek sowie der Patienten- und Pflegebeauftragte Hermann Imhof den Fragen des Publikums und von Moderatorin Sarah Benecke.

Imhof und Fussek waren sich einig, dass eine ausreichende Zahl von Pflegekräften die Grundvoraussetzung für eine gute und menschenwürdige Pflege ist. Um den Beruf attraktiver zu machen, müsste die Bezahlung - insbesondere die der Auszubildenden - verbessert und die Belastung durch Bürokratie reduziert werden. Fussek rief die anwesenden Pflegekräfte eindringlich dazu auf, ent- und geschlossener für ihre Interessen einzutreten.

Aus dem Publikum, in dem viele pflegende Angehörige und Pflegekräfte saßen, gab es zahlreiche Wortmeldungen und persönliche Erfahrungsberichte, aus denen sich eine lebhafte, mitunter auch durchaus emotionale Diskussion entwickelte.

Einer der Kritikpunkte aus dem Publikum war, dass es für pflegende Angehörige oft sehr schwierig ist, einen Kurzzeitpflegeplatz finden. Imhof wies darauf hin, dass die Politik das Problem erkannt hat und auch schon erste Gegenmaßnahmen ergriffen wurden. So hat der Landtag auf Initiative des Pflegebeauftragten die Staatsregierung aufgefordert, durch finanzielle Förderungen für ein besseres Angebot von Kurzzeitpflegeplätzen im Freistaat zu sorgen. Auch das kürzlich eingeführte Landespflegegeld sei eine Maßnahme, um pflegende Angehörige stärker zu unterstützen, so Imhof.