Maria-Ward-Gymnasium Aschaffenburg

Sprachreisen fördern Zusammenhalt

Der Gedanke an den drohenden Brexit ist für mich wie ein Stich ins Herz, vor allem wenn ich an meine Zeit in England denke. Während einer Sprachreise meines Gymnasiums (Maria-Ward-Schule Aschaffenburg) in Poole lebte ich zwei Wochen bei einer englischen Gastfamilie und besuchte vormittags eine Sprachschule.

Viel interessanter waren allerdings die Ausflüge, die kulturellen Unternehmungen und sportlichen Aktivitäten, aber auch das Leben in einer englischen Gastfamilie. Hier konnte ich erfahren, was „typisch englisch“ ist, aber auch was uns Europäer verbindet – getreu dem Motto „united in diversity“.

Zwar waren die kulinarischen Begebenheiten, wie „fish and chips“ und „baked beans“, anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, jedoch war es insgesamt eine tolle Erfahrung, die britische Kultur zu erkunden und den britischen Alltag zu erleben. Auch wenn ich nur eine kurze Zeit in England verbrachte, wurde mir bewusst, dass es nicht um Vereinheitlichung innerhalb der EU geht, sondern dass diverse Traditionen und Kulturen gewahrt werden sollen und gleichauf mit den verbindenden Elementen Europas sind.

Mir wird zum Beispiel immer in Erinnerung bleiben, wie der Sohn der Gastfamilie mit seinen klassisch roten Locken zu Songs von Usher (US-R&B-Sänger) sang und dazu seine kreativen „dance moves“ vorführte. Diese Lieder waren zu der Zeit in ganz Europa bekannt und verbündeten uns Jugendliche, während ich mich mit den täglichen Essig-Chips nie anfreunden konnte.

Umso mehr betrübt es mich zu wissen, dass solche Sprachreisen bald nur noch erschwert möglich sein werden. Damals war meine Gastmutter noch ziemlich erstaunt, dass es für uns möglich war, nur mit unserem Personalausweis ganz unkompliziert einzureisen, doch sehr bald wird es leider wieder Realität sein, nur noch mit Reisepass den Ärmelkanal überqueren zu können. In solchen Zeiten finde ich es wichtig, sich auf die Grundideen der Europäischen Union zu stützen – Solidarität, Zusammenarbeit und Freizügigkeit.

Judith Gerlach