Auch im Raum Kulmbach pflegen zahlreiche Städte intensive Kontakte ins Ausland

Städtepartnerschaften

Persönlicher Kontakt ist der Nährboden für echte Verbindungen zwischen Staaten. Diese Erfahrung haben viele von uns schon selbst gemacht. Auch auf europäischer Ebene ist längst klar: Die Begegnung unter Menschen muss gefördert werden, um den europäischen Gedanken zu vertiefen. Städtepartnerschaften, Erasmus-Programme und vieles mehr: Die EU weiß den Austausch zu schätzen. Alle diese Unterstützungsinstrumente fruchten jedoch nur dann, wenn sie von Menschen mit Leben gefüllt werden. Und das passiert zum Glück sehr intensiv! Ich denke zum Beispiel an Marktleugast. Die Verbindung zur ungarischen Stadt Pilisszentiván besteht schon seit fast 30 Jahren. Gegenseitige Besuche und auch eine gemeinsame Geschichte zeichnen diese Verbindung aus. Der Ursprung der Städtepartnerschaft geht auf eine unschöne Zeit unserer Geschichte zurück: Im November 1944, als die deutschen Truppen bereits im Rückzug waren, bot die Wehrmacht der deutschstämmigen Bevölkerung in Pilisszentiván an, sie nach Deutschland zu evakuieren. Davon machten hunderte Menschen Gebrauch. Rund 360 Menschen kamen nach Deutschland. Viele von ihnen landeten in der Gegend rund um Marktleugast. In den Jahrzehnten die folgten gab es Verwandtschaftsbesuche, Wallfahrten und schließlich freundschaftliche Verbindungen. Mittlerweile besteht die Verbindung auch offiziell.

Viel jünger noch ist die Verbindung von Thurnau zum italienische Positano. Die Grundlage für diese Verbindung ist eine Künstlerische. Der Musiker und Komponist Prof. Wilhelm Kempff kam Ende des Krieges bei der Familie seiner Frau im Thurnauer Schloss unter. Später lebte er in der italienische Stadt Positano. Seit fast 20 Jahren besteht eine Städtepartnerschaft. Ein sehr intensiver Austausch und eine tiefe Verbundenheit sind die Folge. Ausdruck dieser Verbundenheit sind der Thurnau-Platz in Positano mit einem Kunstwerk heimischer Töpfer. In Thurnau steht seit einigen Monaten eine Positano-Skulptur im Ortskern. Doch das was die Verbindung ausmacht sind die Menschen. Die offiziellen Urkunden, Skulpturen und Geschenke sind greifbare Zeichen dieser Freundschaft. Ein herzlicher Dank geht an alle, die Freundschaften wie die beschriebenen mit Leben füllen. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Idee eines gemeinsamen Europa weiter gedeihen kann.