Wirtschaftlich und politisch zusammenarbeiten

Oberzentrum Selb - Aš

Dass eine Stadt Oberzentrum werden will, ist nicht ungewöhnlich. Schließlich geht mit dieser Bezeichnung im Raumordnungsverfahren eine dauerhafte Anerkennung als „zentraler Ort“ einher. Das bedeutet eine große Chance für Infrastruktur, Neuansiedlungen, Investitionsbereitschaft: viele Städte sehen das enorme Entwicklungspotential. So auch die Stadt Selb im Fichtelgebirge. Doch Selb möchte nicht alleine durchstarten: Selb und Aš bilden seit der Fortschreibung des Landesentwicklungsplanes 2017 gemeinsam ein Oberzentrum.

 

Das Besondere daran ist, dass beide Städte eigentlich eine Grenzlinie trennt. Doch die Region rückt näher zusammen. Das gemeinsame Oberzentrum hat Vorteile für beide Seiten. Für Selb bedeutet es eine Aufwertung und eine größere Chance auf Entwicklung. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Aš stellt Selb landesplanerisch auf dieselbe Stufe wie Marktredwitz/Wunsiedel, Hof, Bayreuth, Weiden oder Bamberg. Oberzentren haben die Aufgabe, auch den spezialisierten höheren Bedarf für die umliegenden Gemeinden zu decken. Hierunter fallen etwa weiterführende Schulen oder Berufsbildungseinrichtungen, auch Kultur- und Sporteinrichtungen sind gemeint. Auch die ambulante und stationäre medizinische Versorgung für die Region soll durch das Oberzentrum gewährleistet werden und stärkt somit den wichtigen Krankenhausstandort Selb.

Durch die Kooperation der Städte Selb und Aš in einem gemeinsamen Oberzentrum können außerdem grenzüberschreitende Projekte, etwa im Bereich der Infrastruktur leichter realisiert werden. Hierfür wurde eigens das Regelwerk des Landesentwicklungsprogramms angepasst, um den besonderen Gegebenheiten des bayerisch-tschechischen Oberzentrums gerecht zu werden. Viele Impulse für die interkommunale Zusammenarbeit über Landkreis- und Ländergrenzen hinweg können folgen.

 

Um den gemeinsamen Zusammenhalt zu stärken und sich auf den Weg zu einer gemeinsamen Identität zu machen sind die deutsch-tschechischen Freundschaftswochen ein wichtiger Baustein. Sie werden im Jahr 2023 durchgeführt. Extra für dieses Großereignis ist eine gemeinnützige Gesellschaft: die Selb2023 gGmbH ins Leben gerufen worden. Durch diese Gesellschaft werden die deutsch-tschechischen Freundschaftswochen vorbereitet, konzipiert und durchgeführt. Mehrere Veranstaltungen gehen diesem Ereignis voraus – so zum Beispiel die Naturerlebnistage im vergangenen Sommer. Mit den Veranstaltungen sollen Impulse gegeben werde, die dafür Sorge tragen, dass die Beziehungen zwischen Selb, Aš und der Region nachhaltig vertieft werden.