Josef Schmid über Europa

In 60 Sekunden - Europa

Kathrin Winzinger

Herr Schmid, woran denken Sie als erstes, wenn Sie "Europa" hören?

             Für mich bedeutet Europa Freiheit, Sicherheit, und eine starke Gemeinschaft.

Wird Europa auch in Ihrem Stimmkreis gelebt?

             Absolut. Der Münchner Westen ist sehr weltoffen. Allach-Untermenzing hat eine Partnerstadt in Frankreich, Laignes. Hier haben wir einen Verein, der regelmäßig Austauschbesuche organisiert. Ich kann mich an den Austausch im Jahr 2000 erinnern. Damals war es ein Seniorenaustausch, keiner hat die Sprache des anderen gesprochen, man hat sich mit Händen und Füßen unterhalten. Die Senioren haben sich durch die Musik ausgetauscht, gemeinsam musiziert, und sich natürlich an der Kulinarik des jeweiligen Gastgebers erfreut. Ich sollte vielleicht dazusagen, dass Laignes in der Region Burgund liegt, wo der beste Rotwein hergestellt wird. Und das Münchner Bier hat noch jeden überzeugt, sogar die Weinliebhaber. Es haben sich dadurch Freundschaften entwickelt, die bis heute aktiv sind. Das ist gelebte europäische Gemeinschaft.

Wie steht es denn um Ihre Sprachkenntnisse? Oder kommunizieren Sie auch mit Händen und Füßen?

             (lacht) Manchmal ist das schon deutlich einfacher und lehrreicher als ein das Lernen mit dem Lexikon. Das Sprachenlernen im Klassenzimmer ist anders, weiter weg von der gesprochenen Sprache. Meine Französisch-, aber auch Italienischkenntnisse haben sich immer durch den Austausch mit europäischen Mitbürgern weiterentwickelt. Mittlerweile kann ich mich gut unterhalten, und lerne immer etwas Neues dazu. Durch Vokabellernen alleine wäre ich nicht so weit gekommen.