Erster Redebeitrag

Islamunterrichtig ist richtig und wichtig

Barbara Regitz

Foto: privat

Zum Dringlichkeitsantrag der Grünen, in Bayern einen regulären islamischen Religionsunterricht einzuführen, erklärt die Nürnberger Landtagsabgeordnete Barbara Regitz: "Wir sind uns darüber einig, dass Islamunterricht ein wirksamer Beitrag zur Integration sein kann. Hier wird über die eigene Religion nachgedacht und über andere Religionen“, so die Politikerin und Bildungsexpertin ihrer Partei. Dadurch, dass der Unterricht in deutscher Sprache und unter bayerischer Schulaufsicht stattfinde, könne verhindert werden, dass die Erziehung muslimischer Kinder „Koranschulen in Hinterhöfen“ vorbehalten bleibe. "Damit beugen wir auch einer Radikalisierung vor", sagt Regitz. Genau aus diesem Grund habe sich die CSU entschlossen, einen Modellversuch im Freistaat zu starten. Dieser bald 10-jährige Versuch endet nun formal mit dem Schuljahr 2018/2019.

Der Antrag der Grünen, Islamunterricht flächendeckend für ganz Bayern anzubieten, gehe zum jetzigen Zeitpunkt trotzdem in die falsche Richtung: "Wir brauchen ein schlüssiges Konzept, wie wir einen solchen Unterricht bedarfsorientiert und rechtlich einwandfrei einführen können", betont Barbara Regitz. So müsse zunächst die Evaluierung des Modellversuchs abgewartet werden, bevor weitere Schritte beschlossen werden können. Regitz: "Erst, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, können wir entscheiden, wie es weitergeht.“ Und Regitz weiter: "Ohne einer endgültigen Entscheidungen vorzugreifen, meine ich: Was eine so lange Vergangenheit hat, hat sicher auch Zukunft.“

„Immerhin müssten bei einer möglichen bedarfsorientierten bayernweiten Einführung juristische Hürden genommen werden. Außerdem fehle für einen "Religionsunterricht", wie ihn die Grünen verlangen, ein Ansprechpartner seitens der Religionsgemeinschaft, wie ihn das Grundgesetz verlange. Bislang sei für den Modellversuch eng zwischen dem Kultusministerium und der Universität Erlangen-Nürnberg zusammengearbeitet worden. Dadurch handele es sich um eine "staatlich kontrollierte Aufklärung", die nicht den verfassungsrechtlichen Vorgaben für Religions- und Ethiklunterricht unterliege. Regitz zum Antrag der Grünen: "In dieser Form muss daher der Antrag der Grünen abgelehnt werden!"

Hintergrund:
16.238 Schüler (allgemein bildende Schulen und berufsbildende Schulen zusammen) nehmen derzeit am Islamischen RU teil (= 12 Prozent; wenn man die berufsbildenden Schulen herausrechnet: rund 16 %)

Islamischer RU gibt es an 231 Grundschulen, 109 Mittelschulen, 4 Realschulen, 3 Gymnasien, 2 Berufsschulen.

Der Modellversuch ist deutschlandweit einmalig und gilt als gesellschaftlich-integrativ und erfolgreich.