Leitartikel

Erneuerung schafft Zukunft

Thomas Kreuzer

„Bayern ist unsere Heimat, Deutschland unser Vaterland, Europa unsere Zukunft.“ So lautet die prägnante Selbstverortung der CSU, wie sie unser legendärer ehemaliger Parteivorsitzender und Ministerpräsident Franz Josef Strauß einmal beschrieben hat. Das Zitat zu wiederholen ist nicht ein hohles Gedenktagsritual, sondern das nach wie vor aus tiefster Überzeugung kommende Bekenntnis zu einem geeinten Europa. Gäbe es die Europäische Union nicht, müsste man sich sofort daran setzen, sie zu gründen. Ich denke, dass zum Beispiel auch in Großbritannien diese Einsicht weiter wachsen wird. Und gerade deswegen ist das Etikett „Europaskeptiker“, das manche der CSU anheften wollen, so falsch.

 

 

Wir sind nicht skeptisch, wir verschließen nur nicht die Augen davor, dass die Europäische Union an einigen Stellen weiterentwickelt und verbessert werden muss. Sehen wir die EU doch einmal als unser „Haus Europa“, in dem wir aufgewachsen sind, das wir lieb gewonnen haben, das uns Schutz gibt, an dem wir hängen. An so einem Haus muss immer mal wieder renoviert werden, ein neuer Windschutz angebracht, vielleicht neue Technik eingebaut werden. Wer nichts an dem Haus erneuert, weil er meint, jede Veränderung sei schlecht, riskiert, dass es verfällt. Deshalb wollen wir – auch gemeinsam mit unserem europäischen Spitzenkandidaten der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber aus Niederbayern – für ein besseres Europa arbeiten, für ein Europa weg von Bürokratie und zurück zu den Menschen.

Die AfD und die anderen rechtspopulistischen Parteien Europas wollen die EU von innen zerstören. Ihre verstaubte Idee von isolierten Nationalstaaten verkennt, dass wir heute zum Beispiel den Klimaschutz, die Sicherung der Außengrenzen oder globale Handelsbeziehungen nicht mehr in Kleinstaaterei lösen können. Die Grünen und die SPD stellen die EU als immerwährendes europäisches Kulturfest mit kulinarischen Köstlichkeiten aus allen Ländern dar, während sie in Wirklichkeit die Umverteilung deutscher Steuergelder und eine europaweite Gleichmacherei versuchen.

Unsere Lösung ist eine andere: Ein starkes Europa, das Schutz bietet und gemeinsame Anstrengungen in den großen Fragen unternimmt. Aber gleichzeitig ein Europa, das Freiräume schafft für Vielfalt der Regionen, für individuelle Lösungen vor Ort und für die persönliche Freiheit der Menschen.

Das ist unser Europa der Bürger. In diesem Jahr haben wir die einmalige Chance, dass ein Bayer Kommissionspräsident der EU werden kann – eine glänzende Perspektive für Bayern. Und weil Manfred Weber weiter an einem bürgernahen Europa arbeiten würde, wäre das auch gut für Europa.

 

Bild oben: Holger Prawitt, mevans – iStock-Photo.com
Foto: Thomas Kreuzer – Judith Haeusler, Hintergrund: dem10 – iStock-Photo.com