Ein Gespräch mit zwei Bürgermeistern

Kommunen erfolgreich auf Kurs

Die Kommunen sind ein entscheidender Partner für Bürger und auch für die Landespolitik. Bei vielen Themen sind sie eine Art Bindeglied zu den Menschen. Bürgermeister und Gemeinderäte sind es, die das Leben der Bürger vor Ort gestalten. „Wir als Abgeordnete können sie dabei unterstützen – mit know-how, mit Kontakten und mit konkreten Hilfestellungen des Freistaats“, so der Kulmbach-Wunsiedler Landtagsabgeordnete Martin Schöffel. Wir haben beispielhaft mit zwei Bürgermeistern aus dem Stimmkreis von MdL Martin Schöffel gesprochen.

 

Bürgermeister Martin Bernreuther aus Thurnau hat in den letzten Jahren gemeinsam mit seinem Gemeinderat viel geschafft. Und das trotz misslicher Haushaltslage. Der Markt Thurnau ist hoch verschuldet und erhält in diesem Jahr vom Freistaat Bayern 600.000 Euro Bedarfszuweisungen und Stabilisierungshilfen. Die Gemeinde hat es mit Hilfe des Freistaates und einem konsequenten Kurs geschafft ihre Verschuldung von 4 Millionen Euro auf 800.000 Euro zu senken. Gleichzeitig gelingt es zu gestalten. Entscheidend dafür ist – so Martin Bernreuther – eine grundsätzliche Linie. „Wir haben vor rund fünf Jahren eine Grundsatzentscheidung getroffen, dass möglichst sämtliche Bebauung im Ortsinneren erfolgen soll. An dieser Maßgabe haben wir uns dann bei all unseren Entscheidungen orientiert, was bis heute durchaus positive Effekte mit sich brachte. Verbrauchermärkte haben sich im Innenort neu aufgestellt, Brachflächen sind verschwunden und u.a. durch Neubaugebiete ersetzt worden. Es herrscht wieder Leben im Ortskern und ganz nebenbei konnten neue Flächenversiegelungen vermieden werden. Weniger das einzelne Projekt war hierfür entscheidend, vielmehr eine selbst gesteckte rote Linie, die wir – zumindest bisher – nicht überschritten haben.“ Dabei sind für die Kommune nicht unbedingt die teuersten Projekte die entscheidenden, sondern vielmehr, dass Strategien entwickelt werden, die gerade zu dieser Gemeinde passen und ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Martin Bernreuther: „Wir haben einen historisch gewachsenen Ort mit dem größten innerörtlichen Schloss Nordbayerns und vielen ensemblegeschützten Gebäuden. Das ist gewissermaßen ein Alleinstellungsmerkmal, welches wir erhalten, schützen und erweitern wollen. Deshalb ist es uns wichtig, unsere Projekte so zu entwickeln, dass sich diese entsprechend einordnen. Das kann ein Konzept für historische Beleuchtung sein bis hin zum Sanierungsprogramm für denkmalgeschützte Gebäude.“ Auch einige Kilometer weiter in Mainleus wird kräftig geplant und entwickelt. Bürgermeister Robert Bosch kann auf viele wichtige Projekte zurückblicken. Hort und Kindergarten sind neu gebaut worden, die Gemeinde konnte das Spinnereigelände kaufen und neu entwickeln, auch das Sanierungs- und Integrationsprojekt Spinnstubenareal, 36 neue Wohnungen, die die Kommune aktuell baut und vieles mehr konnte angestoßen beziehungsweise umgesetzt werden. Viele dieser Projekte sind teuer und aufwändig. Doch Bürgermeister Robert Bosch sieht auch die Wichtigkeit von Projekten, die aus der Gemeinde heraus entstehen. „ Zu unseren wichtigsten Projekten zähle ich z.B. den übergroßen, lebendigen Adventskalender an einem zentral gelegenen Platz mit ehemaligem Gasthaus. Die Adventszeit wurde dort von Vereinen und Ehrenamtlichen aus der ganzen Kommune neu gestaltet. Dieses Gemeinschaftsprojekt schweißt uns als Gemeinde noch stärker zusammen, schafft Erlebnisse und Identifikation und bewirkt bürgerliches Engagement. Das alles sind wertvolle Zutaten für unser Gemeinwesen, mit ähnlichem Gewicht wie eine teure Investition in die Infrastruktur.“ Kommune und Bürger müssen an einem Strang ziehen. Es braucht Konzepte und Lösungen, die zur jeweiligen Kommune passen.“ Und die Gemeinde will sich nicht auf geschafftem ausruhen. Für die kommenden Jahre gibt es in Mainleus noch große Pläne: „Der Radweg im Zentbachtal soll gebaut werden. Wir entwickeln die große Industriebrache Spinnerei im Ortskern weiter. Es geht dabei nicht nur um Baumaßnahmen, sondern auch um kulturelle Belebung. Unsere Schulinfrastruktur muss für die neuen Aufgaben ertüchtigt werden (OGTS und 9+2). Wenn die Nachfrage weiterhin anhält, brauchen wir auch noch mehr kommunalen Wohnungsbau. Wertvolle Flächen für diese Innenentwicklung haben wir bereits in unserem Eigentum,“ betont Robert Bosch. Und auch in Thurnau gibt es viele Pläne für die Zukunft, betont Martin Bernreuther: „In den letzten Jahren haben wir viel Anstrengung in die Belebung unserer Ortsmitte gesteckt. Nachdem die Maßnahmen dank zahlreicher bayerischer Fördermittel wie u.a. der Städtebauförderung nun wirken, werden mehr Parkmöglichkeiten benötigt. Deshalb arbeiten wir aktuell an einer Parkordnung und an der Schaffung von neuen Parkplätzen.“ Die Zusammenarbeit zwischen den Bürgermeistern und den zuständigen Abgeordneten bleibt natürlich bestehen. Das betonen beide Bürgermeister. Robert Bosch: „Die Zusammenarbeit ist sehr wichtig für uns. Immerhin hat der Freistaat alle Investitionen im Markt Mainleus hoch gefördert. An fast jedem unserer größeren Projekte hat Martin (A.d.R.: Martin Schöffel, MdL) einen wichtigen Anteil. So stell ich mir die Zusammenarbeit von Gemeinde und Freistaat auf lokaler und persönlicher Ebene vor.“ Für ein gutes und konstruktives Miteinander sind Abgeordneter und Kommune gleichermaßen gefragt. Martin Bernreuther: „Die Zusammenarbeit mit unserem Landtagsabgeordneten ist sehr eng. Wir versuchen unsere größeren gemeindlichen Vorhaben möglichst frühzeitig mit MdL Schöffel abzustimmen und ihn auch während der Umsetzung auf dem Laufenden zu halten. In dieser Gemeinsamkeit konnten bereits viele Projekte sehr positiv umgesetzt werden.“ Das soll auch für die Zukunft so bleiben.