Innovation in der Region

Die Technologie Campus im Porträt

Sehr geehrter Herr Präsident der TH Deggendorf, sehr geehrter Herr Prof. Sperber, die Technologie Campus (TC) sind in ihrer Ausrichtung sehr unterschiedlich. Was sind die Inhalten und Stärken der einzelnen Technologie Campus?

Prof. Dr. Sperber: Sehr gerne gebe ich einen Überblick über die Ausrichtung und Fähigkeiten der Campus im Einzelnen:

 

Technologie Campus Teisnach

Der Technologie Campus Teisnach bündelt das Know-how der Hochschule Deggendorf im Bereich der optischen Technologien, der Prozessentwicklung- und Optimierung, der Messtechnik und der Fertigungstechnik im Bereich der Präzisionsoptik. Der Campus bearbeitet im Durchschnitt 10–20 Forschungsprojekte gleichzeitig.

 

Technologie Campus Cham

Das zentrale Aufgabengebiet am Technologie Campus Cham ist die Forschung, Entwicklung und Lehre auf dem Gebiet mechatronischer Systeme. Auch das Thema Robotik gehört zu den Kernkompetenzen des Campus. Additive und subtraktive Fertigungsverfahren – Fertigung von Prototypen nach einem am Computer erstellten Modell via Lasersinter-Anlage – sind ein weiteres Schwerpunktthema. Im Bereich Steuerungstechnik unterstützen wir Unternehmen bei der Konzeptionierung und beim Aufbau moderner Automatisierungsanlagen. Der TC Cham bietet die Möglichkeit, das Fach Mechatronik dual zu studieren, d. h. ein Bachelorstudium wird mit einer beruflichen Ausbildung bzw. vertiefter Praxis verknüpft. Zudem spielt das Thema Aus- und Weiterbildung eine wichtige Rolle. Im sogenannten Schülerlabor werden anhand ausgewählter Versuchsaufbauten Schülerinnen und Schüler aus der Region an technische Inhalte der Mechatronik herangeführt. Dies soll, neben dem Wecken des Interesses an moderner Technik auch die Bindung des Ingenieur-Nachwuchses an die Region unterstützen.

 

Technologie Campus Grafenau

Der Technologie Campus Grafenau bündelt das Know-how der TH Deggendorf im Bereich von Einkauf, Logistik, Supply Chain Management, Prognose und Geschäftsdatenanalytik. Ein hochqualifiziertes Team bestehend aus Physikern, Mathematikern, Kaufleuten, Ingenieuren, Informatikern und Statistikern arbeitet interdisziplinär zusammen. Problemstellungen werden aus verschiedenen Blickrichtungen beleuchtet und synergetisch ganzheitliche sowie maßgeschneiderte Lösungen entwickelt. Die Expertise in den Bereichen komplexe mathematische Optimierung, Simulation, Geschäftsprozessverständnis sowie Big Data Analytics schafft eine hervorragende Basis für unterschiedlichste Industrie 4.0.-Projekte. Der Technologie Campus Grafenau hat federführend das Projekt eDorf entwickelt. Im Rahmen eines Feldversuchs werden in einer Kommune digitale Unterstützungslösungen, wie z.B. eCare, eMobility, eLogistics, implementiert und evaluiert. Das Projekt dient als Modell für weitere Kommunen, die sich im Spannungsfeld der demographischen Entwicklung behaupten müssen.

 

Technologie Campus Freyung

Die Forschungsbereiche am Technologie Campus Freyung haben die Schwerpunkte „Eingebettete Systeme, Kommunikation und Software“,„Geoinformatik" und  „Bionik".

 

Technologie Anwender Zentrum Spiegelau

Das Technologie Anwender Zentrum (TAZ) Spiegelau ist ein Baustein für einen Strukturwandel der Region, in der seit 500 Jahren Glas geschmolzen und verarbeitet wird. Was schon eine jahrzehntelange Tradition in der Region hat, bekam durch anwendungsorientierte Forschung eine neue innovative Richtung. In Kooperation mit der Universität Bayreuth werden am TAZ neue Technologien zum Glasschmelzen und Umformen zu Präzisionsbauteilen entwickelt. Geforscht und entwickelt wird in den Bereichen Schmelztechnologie, Heißformgebung und Präzisionsblankpressen. Durch das breite Thema „Glas“ zählen viele Branchen zu den Kunden und Partnern, von der klassischen Glasindustrie bis hin zur Automobilbranche. Gerade diese Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gibt dem Thema Glas am TAZ Spiegelau eine eigene Dimension.

 

Gesundheitscampus Bad Kötzing und Campus Schloss Mariakirchen

Die Gesundheitscampus Bad Kötzting und Mariakirchen beschäftigen sich mit anwendungsorientierter gesundheitswissenschaftlicher Forschung und Lehre. Zu Bad Kötzting gehören die Konzeptionierung, Umsetzung und Evaluation des kommunalen Gesundheitsmanagements in der Präventionsregion Bad Kötzting, die Entwicklung, Umsetzung und Evaluierung von Modellen und Konzepten des individuellen, betrieblichen und kommunalen Gesundheitsmanagements und die Entwicklung von anwendungsorientierten gesundheitswissenschaftlichen Studiengängen und Zertifikatslehrgängen. Eine weitere Aufgabe ist die Initiierung, der Aufbau und die Pflege von grenzüberschreitenden Beziehungen zu ausländischen Universitäten in Bezug auf die Gesundheitswissenschaften.

Am Campus Schloss Mariakirchen sind neben dem Institut für Existenzgründung und Unternehmertum das Institut für Pflege und Gesundheitswissenschaften, das Institut für Nachhaltigkeit, Umwelt- und Energiemanagement sowie die Forschungsstelle Alternswissenschaften angesiedelt. Mit den Fachgebieten von der Existenzgründung über die Nachhaltigkeit bis hin zu den Alternswissenschaften, spannt der Campus Schloss Mariakirchen einen weiten Bogen.

 

Technologie- und Studienzentrum Weißenburg

Im Technologiezentrum am „kunststoffcampus bayern" werden Produktionstechniken weiterentwickelt und neue Werkstoffe erprobt. Außerdem dient es als mess-und labortechnisches Zentrum für Unternehmen der Kunststoffindustrie. Neu und einmalig ist die Verzahnung mit dem Studienzentrum am „kunststoffcampus bayern".