Innovation made in Unterfranken

Erstes Online-Fundbüro der Welt

Den Rucksack am Bahnhof vergessen. Der USB-Stick mit den Hochzeitsfotos ist spurlos verschwunden und der Lieblingsteddy der Tochter nach dem Zoo-Ausflug unauffindbar. Was nun? Wer etwas verloren hat, braucht viel Energie, Nerven und Ausdauer: Unzählige Anlaufstellen abklappern, Fundbüros anrufen, zur Polizei gehen... Nicht selten ist aller Aufwand vergebens. Die Aschaffenburger Markus Schaarschmidt, Antonio Vega und Tobias Freyberg schaffen Abhilfe: Sie haben das weltweit erste interaktive Online-Fundbüro eröffnet, mit dem Verlorenes sich schnell und bequem übers Internet wiederfinden lässt. Für ihre Idee sind sie unter anderem im BusinessPlanWettbewerb von BayStartUP ausgezeichnet worden, einer vom Bayerischen Wirtschaftsministerium geförderten Institution, die innovative Startups in Bayern bei Gründung, Finanzierung und Wachstum unterstützt.

Mehr als vier Millionen Fundeinträge

Auf der Website zentralesfundbuero.com finden sich mittlerweile mehr als vier Millionen Fundeinträge aus der ganzen Welt. „Wir ordnen die Fundeinträge nach Geokoordinaten und stellen sie auf einer interaktiven Weltkarte ein“, erklärt Markus Schaarschmidt. Wer etwas verloren oder gefunden hat, kann auf der Online-Plattform über eine einfache Maske ein Inserat aufgeben. Für eine Woche ist das kostenlos, danach fällt eine geringe Gebühr an. Per E-Mail weist das Portal die Suchenden automatisch darauf hin, wenn ein passender neuer Eintrag auftaucht. Finder und Suchender können dann über die Plattform miteinander in Kontakt treten.

Wenige Klicks statt langwieriger Suche

Schaarschmidt und seine Kollegen arbeiten mit zahlreichen Fundbüros aus ganz Deutschland zusammen, deren Datenbanken über die Online-Plattform erreichbar sind. Auch immer mehr Behörden und Unternehmen nutzen das Angebot der Unterfranken, um ihre Fundsachen zu verwalten und ihren Kunden die Suche nach Verlorenem zu erleichtern. „Natürlich gibt es auch bei uns keine Garantie, Verlorenes wiederzufinden. Aber wir machen die Suche deutlich einfacher“, sagt Schaarschmidt. Die Idee für das Online-Fundbüro kam dem studierten Informatiker, als er 2013 selbst seinen Rucksack samt Laptop verloren hatte. „Ich hab damals wirklich überall angerufen, bei der Bahn, bei der Stadt, bei Hotels, die auf meinem Weg lagen - alles ganz schön viel Arbeit! Irgendwann hab ich mir gedacht: Man bräuchte eine Software, die automatisch Fundanfragen mit den Fundstücken von Unternehmen, Hotels usw. abgleicht.“. Gesagt, getan – und das mit Erfolg: Inzwischen verzeichnet das Zentrale Fundbüro rund 150 000 Einträge pro Monat, knapp 10 000 davon kommen von Privatleuten.

Zentrales Fundbüro-Gründer Tobias Freyberg, Antonio Vega und Markus Schaarschmidt

Fundstücke von Geldbörse bis Teddybär

Die „Klassiker“ unter den Fundstücken sind Geldbörsen, Handys, Taschen und Schlüssel, aber auch Haustiere und etliche Fahrräder findet man in der Datenbank. Eine der Lieblings-Inserate von Markus Schaarschmidt ist „Mr. Dinkelmann“: „Das ist ein Teddy, der schon um die ganze Welt gereist ist. Die Frau, die ihn verloren hat, hat einen Finderlohn von 100 Euro ausgelobt. Das zeigt, dass der ideelle Wert bei verlorenen Gegenständen häufig eine viel wichtigere Rolle spielt als der materielle.“ Seit 2014 ist Mr. Dinkelmann beim Zentralen Fundbüro als vermisst gemeldet, bislang wurde er leider nicht gefunden.

"Wer hat Mr. Dinkelman gesehen?" Lieblings-Inserate von Markus Schaarschmidt.

Erreichbar rund um die Uhr

Die Vision der Jungunternehmer ist es, dass irgendwann alle weltweiten Fundstücke im Zentralen Fundbüro verwaltet werden – übersichtlich und für Jeden unkompliziert abrufbar. Behörden, Unternehmen, Städten und Gemeinden könnten dadurch viel Zeit, Personal und Kosten sparen, betont Schaarschmidt. Und die Service-Qualität für die Suchenden ist im Online-Fundbüro natürlich auch deutlich besser. „Allein schon, weil es rund um die Uhr erreichbar ist.“ Wie viele verlorenen Rucksäcke, Jacken oder Geldbörsen bereits über das Zentrale Fundbüro wiedergefunden werden konnten, lässt sich nicht beziffern. Für Schaarschmidt steht aber fest: „Die Online-Suche spart eine Menge Zeit und Nerven!“

Mehr Infos zum zentralen Fundbüro gibt´s hier!

Bilder: Zentrales Fundbüro
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