Blick in die Region

Schwaben Innovativ

Staatssekretär Franz Josef Pschierer, MdL

 

Schwaben ist eine der vitalsten Regionen in ganz Deutschland und hat sich in den letzten Jahren eindrucksvoll entwickelt. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent, im Unterallgäu sogar nur 2,4 Prozent – und das in einem Februar  – liegt der Regierungsbezirk weit unter dem Bundesdurchschnitt. Das liegt zum einen an der starken schwäbischen Wirtschaft – vom Handwerksbetrieb bis zum Industrieunternehmen ist hier alles zu Hause. Von mittelständischen "hidden champions" wie die Konrad Kleiner GmbH & Co. KG, die MicroStep Europa GmbH und die Sensor-Technik Wiedemann GmbH bis zu Weltmarktführern wie KUKA, AGCO Fendt, Grob, Airbus Helicopters Deutschland, Rohde & Schwarz und Goldhofer ist Schwaben gut aufgestellt. Diese Unternehmen entwickeln ihre Produktpalette ständig weiter und tragen so zur Stärkung des Innovationsstandortes Schwaben bei.

 

Das liegt zweitens auch daran, dass es bei uns ausgezeichnete Hochschulen und Universitäten gibt. Hinzu kommen die außeruniversitären Forschungseinrichtungen, wie das Fraunhofer Kompetenzzentrum für Lebensmittel- und Verpackungstechnologie (IVV) in Kempten oder das zur DLR gehörende Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie (ZLP) in Augsburg. Zudem haben wir mit der Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik, IGCV, erstmals eine eigenständige Fraunhofer-Einrichtung in Augsburg etabliert. Diese bündelt Kompetenzen in den wichtigen Zukunftsfeldern Materialwissenschaften, Leichtbau und Produktionstechnik. Dabei gilt: Grundlagenforschung ist wichtig. Wir brauchen aber auch die angewandte Forschung, damit aus einer guten Idee ein marktreifes Produkt oder eine unverzichtbare Dienstleistung wird.

 

Neben der Forschung ist aber auch die berufliche Ausbildung ein unverzichtbarer Faktor für künftige Innovationen – denn hier werden die Praktiker von morgen ausgebildet. Die berufliche Ausbildung muss daher stets auf der Höhe der Zeit sein. Auch hier kann sich Schwaben sehen lassen: Die Burkhart-Grob-Technikerschule in Mindelheim zeigt mit ihren technisch hochwertig ausgestatteten Unterrichts- und Fachräumen und dem geplanten Leuchtturmprojekt Zukunftswerkstatt Industrie 4.0 zur Vermittlung digitaler Kompetenzen, wie die Ausbildung der Zukunft aussehen kann.

 

 

Um beim Thema digitale Produktion an der Spitze zu stehen, will die Staatsregierung die schwäbische Industrie darin unterstützen, datenbasierte Geschäftsmodelle zu entwickeln und intelligente, vernetzte Konzepte der Produktionssteuerung zu etablieren. Deshalb wollen wir das Projekt „Sichere Industrie 4.0@Augsburg“ kraftvoll fördern und das Projekt „Transparenz von Big Data Produktionsprozessen“ starten.

 

Partnerschaft von Wirtschaft und Wissenschaft

 

Die Staatsregierung sieht die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft als eine wichtige Voraussetzung für Innovationen. Das unterstützen wir unter anderem mit der Cluster Offensive Bayern. Drei der Cluster befinden sich in Schwaben: Mechatronik & Automation, Umwelttechnologie und der Spitzencluster MAI Carbon. Die erfolgreiche Arbeit von MAI Carbon soll mit dem neuen Verbundprojekt Campus Carbon 4.0 fortgesetzt werden. Unser Ziel ist es Schwaben zum europäischen Leitstandort für das Thema Verbundfasertechnologie zu machen. Deshalb sorgen wir dafür, dass die erfolgreiche Arbeit der Clusterplattform reibungslos fortgesetzt werden kann. In Augsburg haben wir ein Technologiezentrum mit aufgebaut. Dort, am TZA, können Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen gemeinsam an Zukunftsthemen forschen und neue Technologien entwickeln, von Automation über Leichtbau und Neue Werkstoffe bis hin zu Umwelttechnik.

 

Eine weitere gute Nachricht für Schwaben: Seit kurzem kann Schwaben mit zwei digitalen Gründerzentren an den Standorten Augsburg und Kempten trumpfen. Damit unterstützen wir ganz gezielt technologieintensive Start-ups und verleihen der Region zusätzlichen Schub. Durch günstige Mieten, den intensiven Austausch mit anderen Start-ups und etablierten Firmen sowie den Kontakt zu Investoren befördern wir die Gründerdynamik. Auch über die BayStartUP GmbH fördert die bayerische Staatsregierung schwäbische Gründer. So wurde etwa die Transporeon Gruppe im Jahr 2000 beim Businessplanwettbewerb prämiert und ist heute Marktführer für e-Logistik-Lösungen in Europa. Die Gastfreunde aus Kempten ließen sich von BayStartUP coachen, heute bieten mehr als 40 Mitarbeiter digitale Dienstleistungen für die Tourismusbranche an.

 

Schwaben ist stark. Dass das auch in Zukunft so bleibt, ist unsere gemeinsame Aufgabe. Innovative Unternehmen, schlagkräftige Forschungseinrichtungen und eine Staatsregierung, die den richtigen Rahmen setzt, sind dafür die notwendige Grundlage. So bleibt Schwaben ein Innovationstreiber in Bayern, in Deutschland und in Europa.