Vor Ort

Im Gespräch mit Unternehmer Günther Karl

Patrick Zens

Um im regen Austausch mit den Unternehmern der Region zu bleiben, hat sich der Landtagsabgeordnete Max Gibis zusammen mit dem Bundestagskandidaten der CSU, Thomas Erndl, und dem Innernzeller Bürgermeister Josef Kern mit dem Unternehmer Günther Karl auf eine Gesprächsrunde  getroffen. Zentrales Thema dabei war die mögliche Ansiedlung größerer Betriebe in ländlichen Räumen, wie beispielsweise dem Bayerischen Wald. „Es ist mir ein Anliegen, zu wissen, wo die großen Unternehmen der Region, zu denen die KARL-Gruppe mit ihren 400 Mitarbeitern unweigerlich gehört, der Schuh drückt. Nur so können wir bei unserer Arbeit im Bayerischen Landtag darauf reagieren und entsprechende Maßnahmen beschließen“, begrüßte MdL Max Gibis den Firmengründer. Auch Thomas Erndl, der im Herbst bei der Bundestagswahl für die CSU die Nachfolge von Bartholomäus Kalb als Bundestagsabgeordneter antreten will, betonte, sich nach einem möglich Einzug in den Bundestag mit ganzer Kraft für die Region einzusetzen und immer ein offenes Ohr für die Belange der Unternehmer zu haben. „Der Kontakt mit einem der größten Arbeitgeber der Region ist mir dabei besonders wichtig“, so Thomas Erndl.

KARL-Gruppe seit 1966 eine Marke

Zu Beginn gab der Firmengründer und Seniorchef Günther Karl einen kurzen Überblick über die Struktur und die Tätigkeitsfelder der im Jahr 1966 gegründeten KARL-Gruppe. „Um die Gruppe so krisenfest wie möglich zu gestalten, steht die Firma auf den vier Säulen Bau, Energie, Industrie und Immobilien. Seit der Gründung sind wir zu einem Konzern mit insgesamt 44 Gesellschaften und rund 400 Mitarbeitern angewachsen. Inzwischen sind wir deutschlandweit tätig als Bauunternehmer, als Energieerzeuger, aber auch bei der sozialverträglichen Restrukturierung von Unternehmen oder Immobilien. Dabei liegt mir persönlich aber meine Heimatregion der Bayerische Wald immer noch sehr am Herzen“, erklärte Günther Karl und ergänzt: „Um Anreize für ein attraktives Leben auf dem Land zu schaffen, braucht es allerdings grundlegende, neue Ansätze.“

Die Arbeit muss zum Arbeitnehmer und nicht umgekehrt

Damit stieg die Runde in die Diskussion ein, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um mehr Firmen in strukturschwache Gegenden, wie etwa den Bayerischen Wald zu locken. „Die Politik macht es mit den Behördenverlagerungen vor. Nun sind aber auch mittlere und größere Unternehmen am Zuge, ihre standortunabhängigen Abteilungen in den ländlichen Raum zu verlagern“, betonte der Landtagsabgeordnete Max Gibis. „Standorte außerhalb des Bayerischen Waldes bieten zahlreiche Vorteile wie etwa die bessere Infrastruktur oder ein größeres Reservoir an Fachkräften. Die einzige Stellschraube, an der Kommunen im ländlichen Raum zu ihren Gunsten drehen können, ist die Höhe der Gewerbesteuer“, so Günther Karl. „Hier können Kommunen Anreize schaffen und Unternehmen mit allen ihren positiven Folgeerscheinungen anlocken. Es muss dafür gesorgt werden, dass die Arbeit zum Arbeitnehmer kommt und nicht umgekehrt“.

Gewerbesteuer als einziger Regulationsmechanismus

„Letztendlich können sich viele Familien das Leben in der Stadt nicht mehr leisten. Mit mehr gut bezahlten Arbeitsplätzen im ländlichen Raum wird die Attraktivität für das Leben auf dem Land erhöht und damit könnte auch das Problem der Altersstruktur gelöst werden. Doch die Grundvoraussetzung dafür ist, dass Kommunen mit ihrem einzigen Regulationsmechanismus – der Gewerbesteuer – die dafür nötigen Unternehmen anziehen“, forderte Günther Karl nachdrücklich. MdL Max Gibis und CSU-Bundestagskandidat Thomas Erndl pflichteten dem Unternehmer grundsätzlich bei, sahen aber auch Einnahmeausfälle bei den ohnehin schon klammen Gemeinden im strukturschwachen Raum. „Hier ist dann die Politik gefordert und muss über einen neu geregelten Kommunalen Finanzausgleich die Einnahmeausfälle in der Gewerbesteuer der Kommunen ersetzen“, sah Günther Karl die Verantwortung auch bei der Politik, für einen fairen Ausgleich zu sorgen.