Helferkreis Asyl Erdweg

Auf a guads Mitanand

Monika Sedlatschek und Maria Braun konnten schon beim Handball nicht nein sagen, wenn Fahrdienste benötigt wurden, es um das Waschen der Trikots ging, Feste und Veranstaltungen zu organisieren waren oder man stundenlang auf den Zuschauerbänken bei Turnieren ausharrte…

Wir können uns glücklich schätzen, dass es Menschen gibt, die erkennen, wenn es etwas Wichtiges zu tun gibt. Helfersyndrom benennen sie es selbst.

Monika Sedlatschek wird im Herbst 2013 in ihrer Position als 3. Bürgermeisterin der Gemeinde Erdweg erstmals mit der Unterbringung von Familien aus dem Senegal, Nigeria und dem Kongo konfrontiert. Sie wird sofort aktiv und gründet den Helferkreis Asyl Erdweg. Mit Maria Braun als Stellvertreterin und weiteren bis zu 20 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern kann sie auf ein gut eingespieltes Team zurückgreifen.

Derzeit betreut der Helferkreis Asyl Erdweg rund 70 Personen aus Afrika, Syrien, Afghanistan und dem Irak. Als erste Anlaufstelle sind sie für die räumliche Unterbringung, Hilfe bei Behörden- und Arztterminen, Vermittlung von Deutschkursen, Unterstützung bei der Arbeitssuche, Organisation von fahrtauglichen Rädern und vielem mehr, zuständig.

Damit allein ist es nicht getan. Denn "Andere Länder – andere Sitten"

Für ein friedliches Zusammenleben heute und in der Zukunft sowie dem respektvollen Umgang miteinander ist die Vermittlung unseres Lebensstils unerlässlich. Am Ende sind wir alle irgendwo auf der Welt fremd und dankbar, wenn wir auf Strukturen und Gewohnheiten in der Fremde hingewiesen werden. Hierzu gehört zum Beispiel der sparsame Umgang mit Ressourcen, wie Strom und Wasser oder auch schlichtweg das richtige Einteilen von Taschengeld.

Wir fördern unsere Asylbewerber – aber wir fordern sie auch!

Wie könnte man das vermitteln? Ein Kleider-Flohmarkt, in dem die Menschen zusätzlich etwas einkaufen können, sollte es sein. Mit dem Erlös wird nun einmal im Monat eingekauft und ein gemeinsames Essen gekocht. Das ist die perfekte Plattform, den Menschen aus unterschiedlichsten Ländern andere Essgewohnheiten sowie unsere Esskultur zu vermitteln. Der Tisch ist immer für alle gedeckt und alle Beteiligten freuen sich auf a guad’s Mitanand.

Ein Ausbildugsplatz - so schließt sich der Kreis.

 

Dass sich der unermüdliche Einsatz lohnt, zeigt die Geschichte von Olawale Folawole - ein junger Lehrer und Familienvater, der seit 2014 in Erdweg in der Flüchtlingsunterkunft wohnt, Er lernt schnell die Sprache, ist interessiert, neugierig und möchte gerne arbeiten. Der Helferkreis stellte den Kontakt zu einem nahegelegener Landwirt aus dem Gemeindebereich her; dieser konnte Unterstützung gut gebrauchen. Nach dem Berufsfindungspraktikum und mehreren Monaten auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung wurde Olawale die Möglichkeit einer Ausbildung zum Landwirt ermöglicht.

Berechtigterweise aufgeregt und mit der Sprachbarriere kämpfend, bestand er den dafür nötigen Probeunterricht mit Bravour. Im September 2015 hatte Olawale Folawole seinen ersten Schultag in der Landwirtschaftichen Berufsschule in Pfaffenhofen.

Für Anton Kreitmair zeigt diese Erfolgsgeschichte eindrucksvoll, wie gelungene Integration aussehen kann. 

Auf a guad’s Mitanand

(Quelle Motivbild: Helferkreis-Asyl Erdwg, Katrin Horvat)