Besuchsverbote waren schwierige Zeit

Vorsichtige Öffnung am Muttertag

Altdorf – Nach wochenlanger Kontakteinschränkung dürfen die Bewohner des Alten- und Pflegeheimes „Haus am Pfaffental“ in Altdorf zumindest ein wenig aufatmen. Nach sieben Wochen strikter Abschottung, in denen durch das Coronavirus bedingt keinerlei Besuch ihrer Kinder, Enkel und Ehepartner möglich gewesen ist, öffneten sich am Samstag vor dem Muttertag die Türen der Einrichtung wieder einen Spalt weit für Besucher. Die vorsichtigen Lockerungen der Besuchsbeschränkungen sind von den 83 betagten Seniorinnen und Senioren des Hauses als „wahrer Segen“ empfunden worden.

Das Altdorfer Seniorenzentrum ist neben dem Sigmund-Faber-Heim in Hersbruck und dem Seniorenhof (Lämmerzahl-Stift) Neunkirchen am Sand eine von drei Altenpflege-Einrichtungen von Diakoneo KdöR (früher Diakonie Neuendettelsau) im Nürnberger Land.

Bei einem Gespräch mit Einrichtungsleiterin Christa Wild informierte sich MdL Norbert Dünkel über die durch die Corona-Pandemie entstandene Situation. Das Coronavirus hat in vielen Einrichtungen, so auch im Altdorfer Seniorenzentrum einen langen Schatten auf den Alltag geworfen und die Situation nachhaltig verändert. Christa Wild: „Vieles hat sich in den letzten Wochen verändert und ist anders geworden“, berichtete, dass die zurückliegenden knapp zwei Monate seit den am 20. März verfügten Besuchsverboten für die Bewohnerinnen und Bewohner und ihre Angehörigen wie auch für das Pflegepersonal eine schwierige Zeit gewesen sei.

So waren an den Ostertagen sind keine persönlichen Besuche möglich: „Dafür wurde auf den jeweiligen Wohnbereichen ein Osterbrunch arrangiert und ausgiebig genossen“, so Christa Wild. Ebenfalls abgesagt werden musste das alljährliche, beliebte Maifest und wegen des strikten Besuchsverbots konnte der wöchentliche im Haus angebotene Friseurtermin ebenfalls nicht stattfinden.

Der einschneidendste und schwierigste Moment war für die Bewohnerinnen und Bewohner jedoch der eigene Geburtstag, denn die persönliche Gratulation der Angehörigen war nur telefonisch beziehungsweise über Videotelefonie möglich. Zu diesem Zweck hat Diakoneo separate Smartphones zur Verfügung gestellt.

Im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten zeigte sich die Einrichtungsleiterin dennoch dankbar und erleichtert über die getroffenen bayerischen Corona-Schutzvorkehrungen. Diese seien der Gesundheitsfürsorge für die Bewohner und Bewohnerinnen der Einrichtung sehr entgegengekommen. „Deshalb habe ich jetzt auch ein wenig Sorge, wenn sich die Türen wieder öffnen“, hofft Christa Wild auf die Vernunft und Disziplin der Besucher.

MdL Norbert Dünkel hatte großes Lob für das Personal in den Alten- und Pflegeeinrichtungen parat: „Wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie hier in Altdorf, mit der Situation umgehen und trotz der eigenen gestiegenen Sorgen den ihnen anvertrauten Menschen weiterhin zur Seite stehen, ist in höchstem Maße lobens- und anerkennenswert“.

Umsetzung Hygienekonzept zusätzliche Herausforderung
Seit dem 9. Mai, einen Tag vor dem Muttertag, dürfen die Bewohner ihre Angehörigen im Erdgeschoss in der Pflegeeinrichtung wieder persönlich begrüßen. In abgegrenzten, separaten Bereichen können gleichzeitig von acht Bewohnern Besuche empfangen werden. Hierfür würden nach vorheriger Vereinbarung vormittags und nachmittags Besuchszeiten festgelegt, erläuterte Christa Wild.

Zur Öffnung für Besuche stand das Personal vor der Herausforderung, das geforderte Hygienekonzept praktisch umzusetzen. Dies wurde nach der Verfügung von Ministerpräsident Markus Söder zeitnah von Manuela Füller, geschäftsführende Leitung der Diakoneo Dienste für Senioren, erarbeitet und allen Einrichtungen des Unternehmens als Handlungsanleitung zur Verfügung gestellt. Dabei galt und gilt es strikt zu beachten, legte Christa Wild dem Abgeordneten dar, dass jeweils nur ein Angehöriger pro Bewohnerin und Bewohner für eine Stunde ein Besuch gestattet werden kann.

Wie in allen Einrichtungen der Diakoneo Neuendettelsau setzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im „Haus am Pfaffental“ auch in den nächsten Wochen und Monaten alles daran, die ihnen anvertrauten Menschen auch weiterhin vor den Auswirkungen des Coronavirus zu schützen.