Besuch im Krankenhaus Lauf
Dank an Speerspitze im Kampf gegen die Pandemie

Lauf an der Pegnitz – Was die Männer und Frauen der Gesundheitsbranche in den letzten Monaten unter den schwierigen Bedingungen der Pandemie geleistet haben, ist großartig. Ohne deren aufopfernde Arbeit wären die Auswirkungen des Corona-Virus deutlich dramatischer ausgefallen. „Einfach mal Danke sagen!“ Unter diesem Motto besuchte Landtagsabgeordneter Norbert Dünkel in Begleitung der Europaabgeordneten Marlene Mortler und Roths Bürgermeister Ralph Edelhäußer vor Kurzem das Krankenhaus in Lauf. Vor Ort sprachen sie mit Pflegepersonal und Medizinern, um sich über deren Arbeit in der Pandemie zu informieren und wichtige Impulse für zukünftige politische Entscheidungen zu erhalten.

Empfangen wurden die CSU-Politiker vom Geschäftsführer der Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH, Dr. Thomas Grüneberg. In einen informativen Vortrag präsentierte Dr. Grüneberg zusammen mit Dr. Dane Wildner, dem Chefarzt für Innere Medizin, den Besuchern die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Krankenhäuser in Lauf und Altdorf.

 

Teilweise an der Belastungsgrenze  

Seit März vergangenen Jahres wurden im Nürnberger Land 411 Patienten mit einer Corona-Infektion stationär behandelt. Hierbei war über 30 % auf der Intensivpflege angewiesen. Die Intensivquote war dabei deutlich höher als bei einer normalen Grippe-Welle. Zudem klagen viele Patienten auch nach überstandener Erkrankung noch über erhebliche Folgeschäden, bei einigen ist die Lungenfunktion auch Monate später noch deutlich eingeschränkt.

Die Versorgung der Corona-Patienten wurde für die Krankenhäuser im Nürnberger Land in den vergangenen Monaten zur Hauptaufgabe. Da in der 2. und 3. Welle bei immer jüngeren Patienten die schweren Verläufe anstiegen und diese oft mehrere Wochen auf der Intensivstation verbringen mussten, erhöhte sich außerdem der pflegerische Aufwand nochmals deutlich. Der bisherige Höchststand wurde im vergangenen Dezember erreicht: Über 60 Corona-Fälle mussten in diesem Monat behandelt werden. Die Krankenhäuser in Lauf und Altdorf waren daher teilweise an der Belastungsgrenze angekommen. Dass es dennoch zu keiner Überlastung gekommen ist, lag an der engen Kooperation und täglichem Austausch mit anderen Krankenhäusern in der Region, um eine optimale Verteilung und Versorgung der Patienten sicherzustellen.

Vor allem die enge Anbindung an das Klinikum Nürnberg hat sich dabei für die Krankenhäuser im Landkreis sehr positiv ausgezahlt. Als Fazit steht für die Verantwortlichen der Krankenhäuser im Nürnberger Land jedoch eindeutig fest, dass die medizinische Versorgung ohne die von der Politik beschlossenen Kontaktbeschränkungen nicht aufrechtzuerhalten worden wäre. Da außerdem viele andere Routinebehandlungen im Krankenhaus nicht durchgeführt werden konnten, wäre ohne die zusätzliche finanzielle Unterstützung durch den Staat die Finanzierung des Betriebs zusammengebrochen.

 

Herausforderungen wurden pragmatisch gemeistert

In der anschließenden Gesprächsrunde mit Mitarbeitern des Laufer Krankenhauses konnten die Besucher eindringlich erfahren, was die Corona-Pandemie für das Personal bedeutet. Innerhalb weniger Tage mussten im vergangenen Frühjahr die Strukturen vollkommen umgestellt werden. So wurde beispielsweise eine eigene Isolier-Station aufgebaut und zusätzliches Personal aus anderen Bereichen für die Versorgung von Corona-Patienten eingeplant. Ohne diese Unterstützung hätten nicht so viele Corona-Fälle behandelt werden können. Das diese Managementaufgabe in kurzer Zeit gelang, lag vor allem an den engen Beziehungen zwischen den Abteilungen im Krankenhaus und deren pragmatische Herangehensweise an die Situation, erklärte die Pflegedienstleitung der Krankenhäuser Nürnberger Land, Julia Rögner, den Politkern. Eine weitere große Herausforderung war es, die Versorgung mit Hygieneartikeln, wie zum Beispiel von Handschuhen aufrechtzuerhalten. Gerade kleinere Krankenhäuser hatten anfangs bei der Zuteilung teilweise das Nachsehen. Mit viel Vehemenz und Überstunden gelang es den Verantwortlichen jedoch letztlich doch immer ausreichend Schutzartikel zu beschaffen.

 

Psychischer Druck für das Personal sehr hoch 

Eine Corona-Infektion kann nicht direkt behandelt werden. Für das Pflegepersonal entstehen dadurch sehr belastend Situationen, der psychische Druck ist extrem hoch und teilweise entsteht ein Gefühl der Hilflosigkeit. Susanne Ramming, Stationsleitung auf der Isolierstation, und Frank Rubin, Stationsleiter der Intensivstation, sprachen in diesem Zusammenhang sehr offen zu den Politikern. Gerade auf der Intensivstation gab es eine hohe Sterbequote und daher immer wieder sehr belastende Momente. Dass das Pflegepersonal dennoch seinen Auftrag erfüllen konnte, lag an deren professioneller Ausbildung und dem guten Teamgeist in den Krankenhäusern Nürnberger Land. Letztlich hat die Corona-Pandemie jedoch die Defizite des Gesundheitssystems wie in einem Brennglas verstärkt, weil das bisherige Motto „Geht nicht gibt’s nicht“ und bisher gängige Notlösungen nicht mehr so einfach praktiziert werden konnten. In diesem Zusammenhang waren sich alle einig, dass das größte Problem hierbei weiterhin der Personalmangel ist.

 

Respekt und Anerkennung, auch nach der Pandemie!

Dem stimmten auch die drei Besucher uneingeschränkt zu. Um die Attraktivität des Pflegeberufes zu steigern, wurden zwar bereits in der Vergangenheit einige Maßnahmen auf den Weg gebracht, aber man sei definitiv noch nicht am Ziel angekommen, so der Tenor. Eine flächendeckend bessere Bezahlung bereits ab der Ausbildung, wie er jetzt im Rahmen der Pflegereform geplant ist, ist in diesem Zusammenhang jedoch ein erster Schritt.

Am Ende des Gespräches bedankte sich Norbert Dünkel auch im Namen seiner beiden Begleiter für diesen tollen Austausch und die wertvollen Einblicke, die sie für ihre politische Arbeit erhalten haben. „Was die Männer und Frauen des Laufer und Altdorfer Krankenhauses in den letzten Monaten unter den schwierigen Bedingungen der Pandemie geleistet haben, ist absolut beeindruckend. Sie waren die Speerspitze im Kampf gegen die Pandemie. Dafür gebührt Ihnen und dem ganzen Krankenhaus- und Pflegepersonal unser aller Dank. Sie verdienen Respekt und unsere Anerkennung und zwar auch noch nach der Pandemie! Darauf muss die Politik aber auch die Gesellschaft besonders achten, klatschen alleine hilft hier nicht. Wir müssen das Gesundheitssystem noch besser machen und die Mitarbeiter bei ihrer wertvollen Arbeit stärker unterstützen“, so Dünkel. 

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